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[1] (1906)
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ALRAUN UND SCHWARZER HUND

halben Taler bei, so findet man diesen am Morgen verdoppelt,und dasselbe geschieht mit einem Dukaten, doch muß manmit diesem schonsam sein, um die Kräfte der Wurzel nichtzu überanstrengen. Deutlich wird hierdurch der Zusammen-hang erkennbar, in dem die Mandragora mit dem Brutpfennigund dem Hecktaler, und durch diese wieder mit der Spring-wurzel und Wünschelrute steht; uralte, zum Teil bis in diefernste indogermanische Vergangenheit zurückreichende mytho-logische Vorstellungen sind es, die den Aberglauben, der sichan alle diese Wunderdinge knüpft, erklären und verbinden. 1

Im Mittelpunkte dieser Vorstellungen, die hier nur nachden zum Verständnisse notwendigsten Richtungen kurz ange-deutet, nicht eingehend entwickelt werden können, steht dieÜberlieferung, daß das Feuer, die berauschende Kraft des ge-gohrenen, Geist und Körper erregenden,feurigen" Trankes derUrzeit, und mit ihnen auch der erste Funke menschlichen Lebens,gemeinsamen himmlischen Ursprunges seien, und gemeinsamzur Erde herabgelangten.

Das himmlische Feuer und der himmlische Trank wurdenin gleicher Weise in den Wolken entstehend gedacht, wie mansie im Leben zu erlangen gewohnt war. Das Feuer zuckt ent-weder als Blitz aus einem himmlischen Wetterbaum, dessenZweige als Wolken das Firmament bedecken, und wird alsbrennender Zweig, Keil, oder Stab, von einem Vogel (der an-fänglich wohl die Personifikation des Blitzes war) zur Erde ge-tragen; oder es entsteht durch bohrende Reibung und Drehungeines Keiles oder Stabes in der Nabe eines Rades (des Sonnen-rades, das sich später zum strahlenden Wagen des Helios ge-staltet), und fährt als Blitz in Stab- oder Keilgestalt zur Erde,woferne nicht etwa ein Gott es in solcher Form (als Donner-keil) herabschleudert, oder es in Vogelgestalt entführt und derErde zuteilt, worauf z. B. der geflügelte Stab des griechischen

1 Siehe die mythologischen Werke von Grimm, Preller, Simrock,sowie Kuhn'sMythologische Studien" I. (Gütersloh 1886).