ALRAUN UND SCHWARZER HUND
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Lea schenken ließ, um Kindersegens teilhaftig zu werden, durchdie Worte » pcpSpayopou" wiedergegeben.
Auch bei den späteren byzantinischen Schriftstellern, z. B.bei Theophanes (um 818) und Kedrenos (um 1050), wirdder Mandragora, ihrer zauberischen Eigenschaften und ihrerGewinnung mittels des Hundes, in stets der nämlichen Weisegedacht. Aus der griechischen und byzantinischen Literaturgingen dann diese abergläubischen Vorstellungen in die desOrientes über; man begegnet ihnen in der ältesten persischenPharmakopoe, der des Ali-el-Herewi (um 980), bei Avi-cenna (980 bis 1037) und allen seinen Nachbetern, 1 und dieHistoriographen des ersten Kreuzzuges (1096 bis 1099), z. B.Jacobus de Vitriaco, 2 melden sie wieder dem christlichenEuropa zurück. Dort fanden sie zwar bei den erleuchteterenGeistern der Zeit wenig Anklang: der gelehrte Platearius(um 1150) und Petrus de Crescentiis (1235 bis 1320) ver-lachen sie geradezu, Vincentius Bellovacensis (gestorben1260), Thomas di Cantiprato (gestorben 1260), und Albertder Große (1193 bis 1280) tun ihrer bei Besprechung derMandragora gar keine Erwähnung, 3 und auch Konrad vonMegenberg, der Verfasser der ersten deutschen Natur-geschichte (1349), folgt diesem Beispiele; 4 desto mehr abererhielten und befestigten sie sich im Volksglauben und auchin der Volksmedizin, wofür nur ihr Vorkommen in den späteren,vielfach erweiterten Fassungen des berühmten, ursprünglich derSchule von Salerno entstammten „Regimen sanitatis" angeführtsei, z. B. in der 1486 zu Augsburg gedruckten Ausgabe des„Hortus sanitatis". Zauber- und Wunderwirkungen mittelsder Alraunwurzel, sei es zu guten oder zu bösen Zwecken,fanden daher während des ganzen Mittelalters Ausübung und
1 Der gelehrte Sprengel irrt, wenn er die „menschenähnliche Gestalt"der Mandragora auf Avicenna zurückführt (Dioskorides II, 605).
2 „Oesta Dei per Francos", ed. Bongars, Han. 1611; I, S. 1099.
3 Alb. Magnus, „De vegetabilibus", lib. VI, cap. 12, Absatz 379—381.
4 „Von den Kräutern", V, cap. 48; IV, cap. 28.
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