ZUR GESCHICHTE DES SCHIESSPULVERS U.S. W. 185
desgleichen hatten indische Schiffe, die vor Melinde (in Ost-afrika) lagen, Bombarden und Raketen an Bord, mittels derersie den dortigen König begrüßten; 1 indessen scheinen diesekleinen Bombarden, ähnlich wie die heutigen Pöller, viel mehrfestlichen und Repräsentations-Zwecken gedient zu haben alskriegerischen, denn auch die größte Überzahl der Mauren undInder ergriff in der Regel schon auf einige Schüsse der portu-giesischen Bombarden hin die Flucht, 2 nicht selten aber auchgleich nach dem ersten Schusse, »a la prima bombarda." 3 DerHerrscher von Goa, einer der reichsten und kriegerischstenindischen Fürsten, suchte das portugiesische Geschwader durchHinterlist in eine Falle zu locken, um die Gefangenen seinerArmee einzureihen und so „die Überlegenheit ihrer Waffenfür sich auszunützen", 4 und noch 1505 verschafften sich dieMauren zum Kampfe gegen d'Almeida nur dadurch einigeGeschütze, daß sie sie aus einem untergegangenen portugiesischenSchiffe hoben. 5
Aus allen diesen Tatsachen, die sich unschwer vermehrenließen, ergibt sich bis auf Weiteres der Schluß, daß die Indiernoch um 1500 höchstens einige Bombarden besaßen, aber keinemit Steinschloßgewehren, Kanonen u. s. f. ausgerüstete Armee,daß sie also diese Waffen erst durch die portugiesischenEroberer näher kennen und anwenden lernten. Seit wann siesich des Schießpulvers zu Feuerwerkszwecken bedienten, und obsie diese Erfindung selbständig machten, oder seitens fremderVermittler (Chinesen"?, Araber? . ..) zugetragen erhielten, — dieserPunkt bedarf noch weiterer eingehender Untersuchungen.
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Nach Guttmann ist in den Handschriften und Drucken
der „Epistolae" des Roger Bacon das Anagramm „Lura nope
1 Hümmerich, „Vasco da Gama" (München 1898), S. 167; s. auchS. 166. 2 ebd., S. 31, 33, 35, 53, 57, 159, 161, 162, 182, 184, 187, 189,
196, 197, 201. 3 ebd., S. 196. 4 ebd., S. 56. 6 ebd., S. 165.