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ZUR GESCHICHTE DES SCHI ESSPULVERS UND DERÄLTEREN FEUERWAFFEN 1
s maßgebendes Wahrzeichen des Uberganges dermittelalterlichen Zustände in die neuzeitlichen betrachtendie Geschichtsforscher so gut wie einstimmig die tief-greifende Veränderung der gesamten europäischenKulturzustände unter dem Einflüsse der wachsenden und raschausgebreiteten Anwendung dreier der denkwürdigsten Erfin-dungen menschlichen Geistes: der Magnetnadel, des Buchdruckesund des Schießpulvers. Unermeßlich ist die Tragweite jederdieser drei Erfindungen, und dennoch schwebt über ihnen allengeheimnisvolles Dunkel: von wem, wo, und unter welchen Um-ständen sie gemacht wurden, ist bisher, trotz aller gelehrtenMühewaltung, nicht völlig zweifelsfrei aufgeklärt, und die Er-gebnisse langjähriger Forschungen lassen auch jetzt noch somanchem Bedenken Raum. Der heutige Vortrag, dessen Gegen-
1 Vortrag, gehalten in der Sitzung des Naturwissenschaftlichen Vereinesfür Sachsen und Thüringen zu Halle a. S., am 8. Dezember 1898 (s. „Zeit-schrift für Naturwissenschaften", 1898, S. 295). — Hauptquellen: Hoyer,„Geschichte der Kriegskunst« (Göttingen 1797); Jahns, „Handbuch einerGeschichte des Kriegswesens von der Urzeit bis zur Renaissance", mit Atlasvon 100 Tafeln (Leipzig 1880); Jahns, „Geschichte der Kriegswissenschaften"(München 1889); Romocki, „Geschichte der Explosivstoffe" (Berlin 1895);Essenwein, „Quellen zur Geschichte der Feuerwaffen" (Nürnberg 1877);Hansjakob, „Der schwarze Berthold" (Freiburg 1891) — Einzelne andereQuellen sind gelegentlich der Korrektur der Originalabhandlung angemerktworden.