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[1] (1906)
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121
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ZUR GESCHICHTE DER KÄLTEMISCHUNGEN

dahin führten, Quecksilber mittels Kältemischungen aus trocke-nem Schnee und verdünnter Schwefel- oder Salpetersäure infestem Zustande darzustellen.

Die große Kraft dieser Kältemischungen rühmt auch Baumein seinen 1756 bis 1773 veröffentlichten Versuchen; 1 hohe Kälte-grade erhielt er ferner mittels Eis und Alkohol, einer Mischungvon Salz und Salmiak, Kali, Natron oder sogar Ätzkalk, der dasThermometer auf4,5° sinken machte; 2 eine geringere Ab-kühlung zeigte sich beim Lösen von Zucker in Wasser," wiedies schon Boyle wahrgenommen und 1744 Machy für Zuckerund Milchzucker bestätigt hatte. 1 Die Ursache dieser Erscheinungsucht auch Baume ausschließlich in einer gelegentlich allersolchen Reaktionen eintretenden Schmelzung und Lösung; esist erwähnenswert, daß sich zurnämlichen Zeit (1763) Kant eben-falls mit dieser Frage beschäftigte, und die Kälte als durch dieKontraktion des Volumens der Mischung hervorgerufen ansah. 5

Von Versuchen späteren Datums sind noch hervorzuheben:die von Lowitz (1793), dessen Gemenge aus trockenem Schneeund kristallisiertem Chlorcalcium zu Temperaturen von50°führten, die von Fourcroy und Vauquelin (1799), die sichauf eine große Anzahl verschiedener Stoffe erstreckten, sowiedie durch ein Preisausschreiben der PariserSociete d'encourage-ment" veranlaßten von Decourmanche, Malepert undBoutigny (1824), die nachher noch von Filhol und Fumetfortgesetzt und verbessert wurden. Auf die neuere, wissen-schaftliche Erforschung der Kältemischungen durch Karsten,Hanamann, Rüdorff, Pfaundler und Andere einzugehen,liegt nicht mehr in der Absicht dieses Vortrages, und ebenso-wenig soll eine Beschreibung der zahlreichen, zu praktischen,namentlich häuslichen und kulinarischen Zwecken empfohlenen

1Kleinere chemische Schriften" (Frankfurt 1800), S. 397. 2 ebd.

S. 135,108, 505, 495, 501. 3 ebd. S. 209. 4 S. meineChemie der Zucker-

arten" (Braunschweig 1904), S. 1162 u. 1541. 6Versuch, den Begriff der

negativen Größen in die Weltweisheit einzuführen" (Werke 1838, 1, S. 139).