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[1] (1906)
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ZUR GESCHICHTE DER KÄLTEMISCHUNGEN

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gehen über den Rahmen der Boy leschen nicht wesent-lich hinaus.

Den Gedanken, durch eine Eis-Kochsalz-Mischung denNullpunkt des Thermometers festzulegen, faßte zuerst 1688Dalence und dies ist bemerkenswert, da die Benutzung desSiede- und Gefrierpunktes des Wassers, wie die ganze Ge-schichte der Thermometrie lehrt, keineswegs so nahe lag, alsman nachträglich zu glauben geneigt sein möchte. Fahren-heit betrachtete 1724 ebenfalls die mittels Eis und Kochsalzoder Schnee und Salmiak erzielte Kälte (die er für die größte,in der Natur überhaupt mögliche erklärte) als die dem Null-punkte entsprechende, während Reaumur 1734 ein Gemengevon zwei Teilen Eis und einem Teil Kochsalz nur zur Gradu-ierung seines Thermometers anwandte, und mit diesem dieTemperaturabnahme, die Kältemischungen verschiedener Zu-sammensetzung hervorrufen, schon quantitativ prüfte. 1

Eine sehr vollständige Zusammenstellung der bis 1737veröffentlichten Tatsachen und Ansichten gibt eine aus diesemJahre stammende Leipziger DissertationCaussae frigoris etglaciei" J. H. Winckler's, desselben Physikers, der sich späterdurch die Verbesserung des elektrischen Konduktors und Reib-zeuges, sowie durch die selbständige Entdeckung der Naturdes Blitzes und des Blitzableiters bekannt gemacht hat. Dennamentlich von Musschenbroek und Boerhave aufgestelltenTheorien gegenüber verhält er sich kritisch; luftfreies und vor-her erwärmt gewesenes Wasser soll nach diesen Autoren des-halb leichter gefrieren, weil die kalten Winde subtile Teilchen,vermutlich salzartiger Natur, herbeitragen, die sich den flüssigenTeilchen des Wassers beimischen, sie nach der Art der Kälte-mischungen abkühlen, und dadurch zwingen fest zu werden;woher aber, so fragt Winckler, sollen die hierzu nötigen,nicht unbeträchtlichen Salzteilchen kommen, und wieso kanndas Eis leichter als Wasser sein, falls es so viel mehr subtile1 S. Baume,Kleinere chemische Schriften" (Frankfurt 1800, S. 336).