ZUR GESCHICHTE DER KÄLTEMISCHUNGEN
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schichten, wie dies die Erzählungen »Tausend und eineNacht" beweisen, deren jetzt vorliegende Fassung vermutlichum 1400 dort redigiert ist. 1
In Europa scheint, abweichend von anderen orientalischenSitten, die sich seit Beginn der Kreuzzüge dahin verbreiteten,die Anwendung von Schnee und Eis nur wenig Boden ge-faßt zu haben. Dem französischen Hofe, dieser alten Pflanz-stätte des höchsten Tafelluxus, war sie z. B. noch zur ZeitKönig Franz I. unbekannt, denn nach Brantöme ließ eineHofdame aus ihrem Vaterlande Portugal unglasierte poröseTongefäße (sogenannte Alcarrazas, vom arabischen al-kurräs)kommen, um dem Dauphin stets reichliches kaltes Wasserbieten zu können, und Champier, der den König nach Nizzabegleitete, erwähnt die dortige Gewohnheit, Schnee in denWein zu werfen, als auffällig und als jedenfalls sehr ungesund. 2Bellon (Bellonius), der auf seinen Reisen an vielen Orten,z. B. in Konstantinopel, während der heißen Jahreszeit Schneeund Eis genießen sah, glaubt, man müsse dies in Frankreichebensogut aufbewahren können, wie in anderen, viel heißerenLändern; 8 aber noch in der gegen 1598 verfaßten „Descriptionde l'isle des Hermaphrodites", die den Hofhalt Heinrichs III.geißelt, wird nur in satirischem Sinne der Befehl angeführt,»man solle für den Sommer stets viel Eis und Schnee auf-bewahren, und sie, auch wenn das besondere Krankheiten er-rege, fleißig in die Getränke werfen", — was sich denn auchvom Könige selbst berichtet findet. Zu Anfang des 17. Jahr-hunderts galt der Schnee- und Eishandel immer noch alsLuxus, wurde jedoch in dessen Verlauf zum Monopol erklärtund verpachtet, später aber wieder freigegeben, weil diesesMonopol infolge der erhöhten Preise nichts einbrachte. 1
Der ersten Nachricht über die Anwendung künstlicher
1 „Geschichte des Zuckers" S. 215. 2 „De re cibaria" (Lyon 1560), 16,9.3 „Observationes" (1553), 3, 22. 4 Zu Panama bestand noch 1859 ein solchesEismonopol (s. Scherzer in der „Reise der Novara", Wien 1878, II, S. 587).
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