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[1] (1906)
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90 CHEMISCHE KENNTNISSE VOR TAUSEND JAHREN

aber in ihm untersinkt; gefälschtes Balsamöl schwimmt hingegenauf dem Wasser und kann hieran leicht erkannt werden.

Den Harzen ähnlich, aber nicht zu ihnen gehörig, ist derindische Kampfer, der besonders die Herztätigkeit anregt undauf die inneren Organe stark abkühlend wirkt, wie das schonsein kühler Geschmack erwarten läßt; Mansur berichtet, daßer durch die Nieren ausgeschieden wird und bei Blasenleidenheilsam ist (was darauf beruht, daß die im Körper gebildetenKampfer-Glykuronsäuren in der Blase, unter Freiwerden vonstark antiseptischem Kampferöl, wieder zerfallen).

Aus der Klasse der Gummiharze führt Mansur u. a. dieSarcocolla, »den Gummi eines Dornstrauches" und den Ammoniak-gummi an.

8. Ein Gummi ganz anderer Art ist der Traganthgummisowie der mit ihm verwandte arabische Gummi, dem wiederder Kirschen- und Pflanzengummi gleichen; im Wasser quellensie auf und geben klebrige Flüssigkeiten, die ganz jenen ähn-lich sind, die man mittelst des Schleimes mancher Pflanzen er-hält, z. B. Leinsamen, Flohsamen und Quitten.

Den Rohrzucker erwähnt Mansur sehr oft und in denverschiedensten Formen, was bestätigt, daß dieser Stoff im10. Jahrhunderte den Persern und Arabern schon lange Zeitund wohl bekannt war; er ordiniert rohen roten Zucker, ge-reinigten weißen, harten weißen oder Tabarzed (= axtgehauen),Pajend (Fanid 1 ), Zuckerwasser und Wein aus Zuckerrohr.Andere Versüßungsmittel sind eingekochter Most, Süßholz,Honig und verschiedene Mannaarten.

Das Stärkemehl benützt Mansur in der Regel zusammenmit arabischem Gummi; eine nähere Beschreibung gibt er nicht,deutet aber an, daß es durch den Speichel in einen verändertenZustand übergeführt wird, in dem er es zu ähnlichen Zweckenbenützt wie den Honig, z. B. zur Wundheilung.

9. Von organischen Säuren kennt Mansur (natürlich

1 S. über diese Sorten meineGeschichte des Zuckers".