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[1] (1906)
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DER HEILIGE AUGUSTINUS ÜBER DEN ÄTZKALK 1

n den Anfangskapiteln des 21. Buches seines um 415vollendeten Hauptwerkes »De civitate Dei", das mander Großartigkeit seines Grundgedankens und der Kon-sequenz der Darstellung wegen auch heute noch nurmit Bewunderung lesen kann, behandelt der heilige Augusti-nus die Frage, wie man die Zweifler davon überzeugen könne,daß die Verdammten im ewigen Höllenfeuer wirklich endloseSchmerzen und Martern erleiden, ohne (wie jene behauptenwollen) schon nach Kurzem ihr Leben und Bewußtsein zu ver-lieren, wodurch die Strafe gegenstandslos würde. »Wollte mansolchen Leuten vorhalten," so sagt der Kirchenvater, 2daß ge-wisse Würmer nur in fast unerträglich heißem Wasser leben,ja leben können, daß der Salamander sich in den Flammenam wohlsten fühlt, daß manche Berge Siziliens seit jeher Feuerauswerfen, ohne doch von ihm verzehrt worden zu sein, sowerden sie dies als genügenden Beweis nicht gelten lassen.Ebensowenig werden sie zugeben, daß die Möglichkeit jenesersten Wunders durch die einer ganzen Reihe anderer ebensogroßer, verbürgt werde: so z. B. zerspringt der sonst unzerstör-bare Diamant, wenn man ihn mit Bocksblut bespritzt; derMagnetstein trägt eine Kette von Eisenringen und zieht dasEisen an, selbst wenn man eine silberne Platte dazwischen hält;

1Chemiker-Zeitung" 1896, 304. 2 Ich zitiere und übersetze freinach der Ausgabe von Dombart (Leipzig 1863, Bd. 2, S. 426 ff., passim.).