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[1] (1906)
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ZUR GESCHICHTE DES GLASES IM ALTERTUME 1

n der Einleitung seines Aufsatzes: »Über Gebrauchund Abnutzung von Aluminiumgeräten im Haushalte"hat L. Franck 2 eine Angabe St. Claire-Deville'sangeführt, des berühmten französischen Chemikersund ersten Darstellers des Aluminiums in größerem Maßstabe,derzufolge das Aluminium zur Zeit des Kaisers Tiberius bereitsbekannt gewesen, und aus einer tonhaltigen, glasartigen Massedurch ein Geheimverfahren abgeschieden worden sei; der sohochverdiente Forscher, bezw. sein Gewährsmann, der Lieb-haber der antiken Literatur, General de Beville, sind jedochhierbei einem gründlichen Irrtume zum Opfer gefallen, den auf-zuklären es immerhin der Mühe lohnt, da er sich, falls keinWiderspruch erfolgt, leicht weiterverbreiten könnte.

Die Erzählung, auf die St. Claire-Deville Bezug nimmt,findet sich bei verschiedenen alten Schriftstellern, am ausführ-lichsten (soweit mir bekannt ist) bei Petronius, dem Verfasserdes wenig gelesenen und schwer verständlichen »Gastmahl desTrimalchio". Im 50. und 51. Kapitel äußert sich dieser reicheGroßsprecher zu seinen Gästen, nachdem er die Menge und Prachtseiner Vasen und Gefäße aus Edelmetallen und kostbaren Metall-mischungen gepriesen hat, wie folgt: »Haltet es mir zugute: ichziehe, wenn auch andere widersprechen, gläserne Gefäße jenen aus

1Chemiker-Zeitung" 1897, S. 857. 2 Ebenda 1897, S. 816.