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[1] (1906)
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71
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DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DIOSKORIDES 71

Neben den chemischen Substanzen, die Dioskoridesanführt, sind auch die chemischen Verfahren und Apparate,deren er gedenkt, von hohem Interesse; erinnert sei z. B. anseine Andeutungen über die Sublimation bei der Bereitungdes Rußes, 1 über die Kristallisation bei der Darstellung desVitriols und Alauns,' 2 und über die Destillation bei der Ge-winnung des Teeröles, Zedernöles und Quecksilbers. 8 DasKondensieren der aufsteigenden Öldämpfe an übergehängtenMassen lockerer Wolle und das Auspressen der mit Öl be-ladenen Flocken bietet ein sehr lehrreiches Bild von den erstenAnfängen der Destillationskunst; diesen gegenüber stellt die Ab-scheidung des Quecksilbers schon eine erhebliche Verbesserungdar, zum mindesten werden bereits zwei Hauptteile desApparates unterschieden, die eigentliche Retorte und der ihraufgekittete Helm, dessen Namen mit dem arabischen

Artikel al versehen, sich alsAlambic" in den romanischenSprachen bis auf den heutigen Tag erhalten hat. So primitivderlei Methoden auch sind, so weisen sie doch schon unver-kennbar den Weg, der die Chemie während der nächsten Folge-zeit, und zwar speziell auf ägyptischem Boden, zu so großenFortschritten in den erwähnten Richtungen führen sollte; scheintes doch ganz naturgemäß, daß die Kombination von Retorteund Helm einerseits, mit dem bei der Sublimation des Rußesbeschriebenen kühlbaren Rezipienten andererseits erfunden, undhierdurch der Destillationsapparat im heutigen Sinne ins Lebengerufen wurde; war dieser aber erst geschaffen und durch all-mähliche weitere Ausbildung genügend verfeinert, so mußtesich auch von selbst das Bestreben aufdrängen, jene flüchtigen,beim Kochen entweichenden Bestandteile zu isolieren, die somanchen Substanzen ihreKraft" verliehen, z. B. dem jungenWeine. 4 EineErhitzung über Kohlen", wie sie für die Dar-stellung des Quecksilbers aus Zinnober vorgeschrieben wurde,war für solche Zwecke allerdings untunlich, aber auch in1 1, 84 u. 93. 2 5, 141 u. 122. 8 1, 95 u. 105; 5, 110. 4 5, 13.