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[1] (1906)
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70 DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DIOSKORIDES

dessen Ausgraben sehr gefährlich ist und besondere Vorsichts-maßregeln erfordert, die man später auf den Alraun übertrug;Mandragora, 1 über deren schwierige Gewinnung ähnlichesberichtet wird, und die, auch in Form eines Weines, 2 als Liebes-mittel, als Schlaftrunk, sowie als Narkotikum dient, da sie tiefen,mehrstündigen, von völliger Bewußtlosigkeit begleiteten Schlafhervorruft, während dessen die Ärzte schwierige und schmerz-hafte Operationen ausführen.

Nicht näher bezeichnete Gifte sind die des Moly, einernicht bestimmbaren Pflanzenart, 3 die Pfeilgifte, 4 und die Gifteder aus faulenden Stoffen entstehenden und selbst zur Fäulnisneigenden Pilze. 5

Den pflanzlichen Giften analog sind die tierischen, dochwerden diese nicht weiter beschrieben, am eingehendsten nochdas der Canthariden. 6

X. Organische Stoffe verschiedener Natur.

Heilsame Bitterstoffe finden sich in verschiedenen Teilenmannigfaltiger Pflanzen, u. a. im Wermut, 7 im Enzian, 8 in derAloe, 9 im Wurmsamen (?), 10 in der Lupine, die auch entbittertwerden kann 11 u.s.w.; sie entfalten vielerlei medizinische Wirk-ungen.

Das Eiweiß gerinnt beim Kochen und wird hierbei nahr-hafter; 12 ähnliche Gerinnsel entstehen auch beim Versetzen derMilch mit Lab oder Feigensaft (siehe oben), doch löst letztererim Überschuß sie wieder auf, wie er auch auf das Fleisch er-weichend wirkt. 13

Leim ist ein Bestandteil der Ochsenhäute; 14 den besten,rein weißen, dicken, leicht löslichen, liefert jedoch der Mageneines im Schwarzen Meere lebenden Fisches. 15

1 4, 76. 2 5, 81. s 3, 46 u. 47. 4 5, 9. 5 4, 83 u. 84;2, 101. 6 2, 65. 7 3, 23. 8 3, 3. 9 3, 22; 4, 138. 10 3, 25.

11 2, 132. 12 4, 112; 2, 54 u. 55. 13 1, 184. 14 3, 91. 15 3, 92.