DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DIOSKORIDES
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getrocknet, und bildet dann einen geschmeidigen, in besterQualität rein blauen Farbstoff, 1 wird aber auch als Heilmittelangewandt.
IX. Giftstoffe.
Gifte pflanzlichen Ursprunges erwähnt Dioskoridesin großer Zahl, kennt jedoch natürlich kein einziges in reinemZustande und beschreibt auch die betreffenden Stammpflanzennicht stets in eindeutiger Weise. Einige wirken durch ihreerstickenden Eigenschaften, 2 andere durch Erregung ungeheurerHitze oder Kälte, 3 und demgemäß werden auch sehr verschiedeneGegenmittel vorgeschrieben, z. B. Balsam, 4 Günsel, 5 Origanum,"Alisma, 7 Honig, 8 Essig, 0 Milch 10 und viele andere; manche Gifteneutralisieren sich gegenseitig, z. B. Akonit und Nießwurz, 11manche auch erweisen sich nur in größerer Menge als ver-derblich, in kleiner aber als heilsam, z. B. gerade Nießwurz. 12
Als wichtigste, Giftstoffe enthaltende oder liefernde Pflanzenwerden aufgeführt: Conium oder Schierling; 13 die Strychnos-arten, unter denen aber angeblich Tollkirsche (?) und Stech-apfel zu verstehen sind; 14 Colchicum oder Zeitlose; 15 Aconitum,d. i. Sturmhut, 16 vielleicht aber auch noch eine andere Pflanze; 17Bilsenkraut, 1 « das Lethargie und Wahnsinn hervorruft, in kleinenMengen aber als Narkotikum dient und die Schmerzen in undam Auge stillt (Hindeutung auf mydriatische Wirkungen?);Mohn, aus dessen Köpfen man durch zweckmäßige Einschnittedas Opium gewinnt; 19 Giftlattich, dessen Saft dem Opiumgleicht; 20 Rizinus, dessen Samen das Gift enthalten; 21 bittereMandeln 22 und wohl noch eine andere Amygdalee; 23 Eibe, dieso giftig ist, daß schon das Schlafen in ihrem Schatten schwereKrankheit und selbst Tod verursacht; 24 Mistel; 25 Nießwurz, 26
1 5, 107. 2 4, 84. 3 4, 79. 4 1, 18. 5 3, 165. 6 3, 29.
3, 159. 8 2, 101. 9 5, 21. 10 2, 77. 11 4, 77. 12 4, 148 u.149. is 4 ; 79; 2, 29. " 4, 74. 15 4, 84. 16 4, 78. 17 4, 77.18 4, 69. " 4, 65. 20 2, 165. 21 4, 161. 22 1, 176. 23 1, 187.24 4, 80. 25 5, 21; 3, 93. 26 4, 149.