DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DIOSKORIDES 67
keinen Bimsstein zusetzen, weil dieser die Gärung zum Still-stande bringt, 1 auch darf man Wein nicht in halbleeren Gefäßenstehen lassen, sondern muß regelmäßig nachfüllen, sonst trittSäuerung ein; 2 durch den (im Orient noch jetzt üblichen)Zusatz von Harz läßt sich aber die Säurebildung hindern. 3Die Kräfte des jungen Weines, die sich z. B. in der Puls-beschleunigung äußern, gehen verloren, wenn man ihn mitWasser kocht, bis dieses verdampft ist, 4 — eine für die Vor-geschichte des Alkohols sehr beachtenswerte Bemerkung.
Ein dem Weine verwandtes Getränk ist der Honigmet,den man aus Honig bereitet; von diesem kennt man zahlreiche,an Süßigkeit und Duft sehr verschiedene Arten, 5 unter ihnenauch bittere, wie den sardinischen aus Wermutblüten, 6 undselbst giftige, wie den pontischen. 7 Honig findet, wegen seinerSüßigkeit, ausgebreitete Anwendung in der Medizin und Kos-metik und dient u. a., zusammen mit Wachs, auch zum Über-ziehen bitterer oder übelschmeckender Pillen. 8
Süße Säfte sind auch in den Wurzeln der Möhre sowiedes Süßholzes enthalten, aus denen man durch eine ArtMazeration Weine herstellt; der aus dem Süßholze ausgekochteund zu Honigdicke konzentrierte Saft ist ein spezifisches Mittelgegen Rauhigkeit des Halses, hartnäckige Katarrhe und dergl.,und wirkt durstlöschend. 9
Die Manna des Dioskorides ist nicht mit der unserigenidentisch, sondern bezeichnet kleine Körner, z. B. die des Weih-rauches; 10 ebenso kann das arabische oder indische Saccharon, 11das als eine Honigart, als Ausschwitzung von Rohren, als salz-ähnliche Masse beschrieben wird, nicht als unser Rohrzuckerangesprochen werden.
Der Gummi, eine glasige, durchscheinende Substanz, inkleinen Brocken und wurmartig aussehenden Stücken, stammt
1 5, 124. 2 5, 45. 3 5, 43. 4 5, 13. 6 1, 101. 6 1, 102.7 1, 102. s 4) m . 9 3, 52 u. 5, 70; 3, 5 u. 5, 73. 10 1, 83 u. 86;1, 94 u. 178. 11 2, 104.