66 DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DIOSKORIDES
schweiereien 1 und Glashütten abfallen. 2 Außer zu medi-zinischen und kosmetischen Zwecken, z. B. zum Schminkender Augenlider, 3 dient der Ruß zur Bereitung der Tinten,die man aus Kien-, Harz-, Olashüttenruß, Vitriol, Gummi undLeim verfertigt; 4 setzt man ihnen Wermutextrakt zu, so bleibendie Schriftstücke vor Mäusefraß geschützt. 6
VII. Kohlenhydrate, Gummiarten, und Verwandtes.
Stärke oder Amylum, angeblich so genannt, »weil esohne Mühle hergestellt wird", ist ein Produkt aus bestemägyptischen oder kretensischen Weizen; man übergießt dieKörner tags und nachts etwa fünfmal mit Wasser, bis sie völligdurchgeweicht sind, entfernt das Wasser vorsichtig und ohnejedes Pressen, tritt die weiche Masse mit den Füßen aus, nimmtdie leeren Hülsen von oben mittels eines Durchschlages ab,koliert, bringt auf Seihgefäße, und trocknet schließlich so raschals möglich auf heißen Steinen oder in der größten Sonnen-hitze. 6 Die Stärke ist weiß, locker, leicht zerreiblich, 7 gibt,in Wasser gekocht, Kleister, 8 und dient als Zusatz zu zahl-reichen Arzneien; 9 geringere Sorten, z. B. die aus Dinkel, sindaber zu solchem Zwecke unverwendbar. 10
Außer der Stärke stellt man aus Getreide, namentlich ausGerste, auch ein weinähnliches Getränk dar, das Bier; seinGenuß ist äußerst schädlich, denn es bläht, macht dick, ver-dirbt die Körpersäfte, greift durch seine harntreibende Kraft dieNieren an, und reizt in hohem Grade die Nerven und dasGehirn. 11 Der Wein selbst, von dem es zahlreiche Sorten gibt,ist bei dauerndem Genüsse ebenfalls schädlich und nur alszeitweiliges Anregungsmittel, als Zusatz zum Wasser, sowie ingewissen Fällen als Gegengift, zu empfehlen; 12 besonders nach-teilig ist der gegipste Wein. 13 Bei der Weinbereitung darf man
1 1, 86. 2 5, 181. »1, 86 u. 93. 4 5, 182. 6 3, 23. 6 2, 124.' 2,98. 8 2, 107. 9 1, 176; 2, 98; 4, 152. 10 2, 124. 11 2, 109.12 5, 9. 13 5, 10.