DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DIOSKORIDES 63
Das edelste Fett ist das Öl, der erste Saft der noch nichtvöllig reifen Olive; er ist gelblich, nach dem Entschieimen undBleichen an der Sonne fast weiß, wohlriechend, dickflüssig, undzum Genuß, zu kosmetischen, und zu medizinischen Zweckengleich wertvoll und zuträglich. 1
Ähnliche fette Öle, jedoch von minderer Feinheit, ge-winnt man auch aus anderen Pflanzen, teils durch Auskochenmit Wasser und Abschöpfen, teils durch Auspressen, z. B. dasÖl des durch seine giftigen Samen ausgezeichneten Rizinus, 2das Mandeöl, 3 das Behenöl, 4 das Sesamöl, 5 das Nußöl, 6 dasRettigsamenöl, 7 das Öl der Myrten- und Lorbeerblätter, 8 dasKümmelsamenöl 9 u. s. w.
Die letztgenannten fetten Öle leiten bereits zu den äther-ischen Ölen über, deren Dioskorides eine sehr große An-zahl, jedoch kaum eines in halbwegs reinem Zustande kennt;eine scharfe Trennung zwischen den beiden Klassen der Ölewird nicht gemacht. Die Gewinnung der ätherischen Öle er-folgt teils durch Mazerieren mit Wasser oder mit Öl, teils durchAuspressen der mit Öl vorbehandelten Rohstoffe, teils durchAuskochen mit Wasser und Abschöpfen. Erwähnt werden u. a.:die Öle von Kümmel, 10 Anis, 11 Koriander, 12 und Foeum grae-cum, 13 von Majoran, 14 Basilicum, 15 Beifuß, 16 Dill, 17 Salbei, 18und Minze, 19 die Öle von Zitrone (richtiger wohl Pompelmuse?)und Zitronenmelisse, 20 Bittermandelöl, 21 Zimtöl, 22 Senföl, 23Myrten- und Lorbeeröl, 24 sowie die Öle der Lilie, 25 Narzisse, 26Narde 27 und Rose. 28 Zur Darstellung des Rosenöles wird einsystematisches, bis siebenmaliges Extrahieren der Rosenblättermit Öl nach dem Gegenstromprinzip empfohlen, unter sorg-
1 1, 29—32; 1, 52. 2 1, 38; 4, 161. 8 1, 39. 4 1, 40; 4, 157.
6 1, 41; 2, 12. 6 1, 41 u. 178. ' 1, 45. 8 1, 48 u. 49. 9 1, 46.
10 1, 46; 3, 59 u. 60. 11 3, 58. 12 3, 64. 13 1, 57. 14 1, 58.
16 1, 59. 16 1, 60. 17 1, 61; 3, 60. 18 3, 35. 19 3, 36. 20 1, 166;
3, 108. 21 1, 46. 22 1, 13 u. 74. 23 1, 47; 2, 183. 24 1, 48 u. 49.
26 1, 62. 26 1, 63. 27 1, 75. 28 1, 53.