62 DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DIOSKOR1DES
Schicht Honig; ihrer besonderen Eigenschaften wegen werdenin der Medizin zahlreiche Fette, allein oder gewürzt, angewandt,u. a. das der Löwen, Panther, Bären, Hirsche, Elefanten, Kamele,Esel, Füchse, Schlangen u. s. w. 1
Eine fettige, wohlriechende Masse ist auch das Wachs,dessen von Natur gelbliche Farbe durch Bleichen im Sonnen-licht bei Tage und im Mondlicht bei Nacht in ein reines Weißübergeht, 2 ferner das Wollfett, d. i. Lanolin; nach völligerReinigung, die umständlich und mühsam ist, erhält man es alsein schön weißes, geschmeidiges Fett, das für die Kosmetik, dieHautpflege, die Heilung von Entzündungen und Wunden u. s. w.von hohem Werte ist und daher oft mit Wachs oder mit Talgverfälscht wird. 3
Eine fettige, ölartige Masse ist ferner die Butter, die beimAufbewahren leicht übelriechend wird, beim Erhitzen schmilzt,und unter Entstehung von viel Ruß verbrennt; 4 man gewinntsie durch anhaltendes Schütteln möglichst fetter Milch. Vondieser gibt es vielerlei Sorten, auch schädliche, weil giftige Be-standteile der Futterpflanzen in sie übergehen; 5 gute Milch istmehr oder weniger süß und fett, leicht verdaulich, und schäumtbeim Erhitzen stark, weshalb man sie entweder durch Einwerfenheißer Steinchen anwärmt, oder ein silbernes, mit kaltem Wassergefülltes Gefäß in den Kochtopf einstellt, wodurch man dasÜberlaufen verhindert. 6 Setzt man der Milch das in zahlreichenTieren vorkommende Lab zu, so gerinnt sie und scheidet einer-seits das Käsige ab, andererseits die heilsame, nahrhafte undkräftigende Molke. 7 Ähnlich wie Lab wirken der echte Balsam, 8sowie der Feigensaft, 9 doch löst ein Überschuß von diesemdas käsige Gerinnsel wieder auf, 10 wie er denn auch das Fleischerweicht; 11 andere Pflanzensäfte hingegen hindern die Gerinn-ung, z. B. die der Minze. 12
1 2, 86—94. 2 1, 105. 3 2, 84; 5, 11 u. 21. 4 2, 81. 6 2, 75.6 2, 77. 7 1, 183; 2, 85; 2, 77. 8 1, 18. 0 1, 183. 10 1, 183.
11 1. 184. 12 3, 36.