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[1] (1906)
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64 DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES DI0SK0R1DES

fältiger rascher Trennung des Öles von der wässerigen Schicht,die das Öl alsbald minderwertig und ranzig macht.

VI. Harze, Terpene, und Verwandtes.

Die H arze sind anfangs tropfbare, später mehr oder wenigererhärtende Ausflüsse verschiedener Bäume und werden durchAusschmelzen, Auskochen und Kolieren gereinigt. 1

Des beste Harz ist das Terpentinharz der Terebinthe, eineweiße, glasige, durchsichtige Masse, die erweichend, erwärmend,expektorierend und harntreibend wirkt; 2 beim Erhitzen liefertes das Terpentin, das aber zuweilen gleichfalls aus der Terebintheausfließen soll 3 und als Zusatz zu Arzneien dient, 4 sowie zumVerfälschen des echten Balsams und kostbarer Salböle. 6 Vongeringerer Qualität ist das Mastixharz, das in glänzenden wachs-artigen Brocken aus Chios kommt und auch ein heilsamesHarzöl ergibt. 6 Noch minderwertiger sind das Fichten-,Tannen- und Kiefernharz, 7 bald flüssige, bald halbfeste, baldfeste und leicht zerreibliche, wachsartig durchscheinende, weißebis gelbliche Massen, die aus Gallien, Etrurien und Kleinasiengebracht werden, in guter Qualität besonders aus Kolophon(daher Kolophonium); sie dienen zum Harzen des Weines 8 so-wie zum Fälschen des Weihrauches. 9 Aus dem Holze derFichten, Tannen und Kiefern gewinnt man auch den Teer,eine dicke, glänzende, höchst heilkräftige, antiseptische, fäulnis-hemmende Flüssigkeit, 10 die beim Erhitzen erst etwasWasser-artiges" (d. i. Vorlauf), dann Teeröl ergibt, 11 und zuletzt einhellgelbes, fettes, harziges Pech hinterläßt. 12

Harze edler Art sind noch das Zypressenharz 13 und dasZedernharz, das außerordentlich konservierend wirkt 14 und einkräftiges Gegengift darstellt; 15 beim Erhitzen läßt es ein kost-

1 1, 93. 2 1, 91; 4, 152. 3 1, 91. 4 3, 153. 5 1, 18 u. 69.6 1, 51; 1, 90 u. 91. 7 1, 91 u. 92. 8 5, 43. 8 1, 81. « 1, 94.

11 1, 95. 12 1,97. 13 1, 92 u. 102. 14 1, 105. 15 4, 149.