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[1] (1906)
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DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES PLINIUS

4. Bor.

Als Borax soll, nach Wittstein, dasjenige Nitrum anzu-sprechen sein, von dem Plinius berichtet, daß es beim Lötenangewandt werde; 1 obwohl dieser Gebrauch den Alten bekanntgewesen sein soll, so ist doch der Mitteilung des Plinius sowenig Bestimmtes zu entnehmen, daß die Konjektur als einegewagte bezeichnet werden muß.

III. Metalle.

1. Alkalimetalle (Anhang: Ammoniak).

Nitrum (im wesentlichen kohlensaures Natrium oder Soda,verunreinigt mit Natrium- und Magnesiumsulfat, Kochsalz, Sal-miak und dergl.) findet sich in vielen Gewässern, z. B. in denägyptischen Bitterseen, in manchen Quellen, die es aus der Erdeauswaschen, und zeigt sich oft in salzähnlichen weißen Kristallen,oft nur als eine Auswitterung des Erdbodens. Aus solcher Erdelaugt man es in Ägypten mit Wasser aus und scheidet es durchVersieden ab. Reines Nitrum ist weiß, zart, locker, schwammigund porös, unreines rotbraun, bröckelig und oft mit Erde ver-mischt; da es, selbst sorgfältig getrocknet, sehr zerfließlich bleibt,so versendet man es in verpichten Krügen. 2 Nitrum wirkt starkätzend, und da diese Eigenschaft durch Kalk noch bedeutendverstärkt wird, so verfälscht man es häufig durch Zusatz vonKalk; in Wasser löst es sich leicht auf, wobei diese Verfälschungzutage tritt, 3 und auch in Essig ist es sehr löslich. 4 MitSchwefel zusammengeschmolzen, bildet es eine graue, steinharteMasse. 5

Die Asche getrockneter Pflanzen, die ein höchst kräftigesDüngemittel ist, 6 z. B. die Asche der Kohlstengel, 7 des Feigen-holzes, 8 des Eichenholzes, 9 der Weinhefe, 10 u. s. f., hat die Naturdes Natrons, besitzt aber noch stärkere Kräfte als dieses 11 und

1 33, 29. 2 31, 46. 3 31, 46; 23, 63. 4 30, 10. 6 31, 46.6 17, 5, 6, 47. 7 20, 35. 8 23, 63. 9 16, 11. 10 14, 26. 11 14, 26.