DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES PLINIUS
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v °n eisen- oder kupferhaltigen Stoffen, geschmolzen; hierzudienen große Öfen, die wie die Erzschmelzöfen beständig imGange bleiben, und beim Abstich zunächst eine fettglänzende,dunkelfarbige Masse ergeben, die in eigenen Werkstätten, durch^schmelzen in anderen Öfen, gereinigt und umgearbeitet wird.Glas läßt sich blasen, mit der Drehscheibe formen, wie Silberziselieren, aber auch wie ein Metall gießen. 1 Man hat sokühnen für die Theater, große Zimmerdecken, ja selbst voll-ständige Gewölbe hergestellt; 2 ganze Glaswände hat zuerstKaiser Tiberius anfertigen lassen, um in seinen Treibhäusernmö glichst früh frische Gurken zu erzielen, die er sehr gern aß. 3Das beste Glas und zugleich das schönste und kostbarste istdas ganz wasserhelle, rein weiße, durchsichtige, das möglichstdem Kristall gleicht. Wie die Kugeln aus Kristall, so erzeugenauch die aus Glas eine große Hitze, sobald man sie der Sonneaussetzt, besonders wenn sie mit Wasser gefüllt sind; vomKristall unterscheidet sich aber das Glas darin, daß man mitNasser gefüllte Gläser erhitzen kann, und daß sich heiße Glas-stücke durch Anpressen aneinander kitten lassen. Mit Schwefelzusammengeschmolzen, gibt das Glas eine trübe, steinige Masse.So leicht, wie zu bearbeiten, ist Glas auch zu färben, und manhat gelbe, grüne, hyazinthrote, saphirblaue und andersfarbigeGläser, ferner auch murrhinische (irisirende?); ein ganz rotes,undurchsichtiges, heißt Hämatinon, ein ganz schwarzes, demgleichnamigen Steine ähnliches, Obsidian. 4 ' Auch EdelsteineVerden auf das täuschendste aus Glas nachgemacht, z. B. Beryll, 5Opal, 6 Karfunkel, 7 Saphir, 8 Türkis, 9 Amethyst 10 und viele andere;m an kann sie jedoch daran erkennen, daß sie weicher, leichterund zerreiblicher sind als die echten, weniger Kälte und Licht-brechungsvermögen besitzen und zuweilen kleine Fehlstellen°der Bläschen zeigen. 11
1 36, 64. 2 36, 34, 64. 3 19, 23. 4 36, 66, 67. 5 37, 20.6 37, 22. » 37 f 26. 8 37, 39. 9 37, 33. 10 37, 40. 11 37, 26, 76.