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[1] (1906)
Entstehung
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10 DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES PLINIUS

Faß gebracht, verlöscht. 1 Essig, auf gewisse Erden gegossen,bewirkt ein Aufbrausen; 2 dasselbe gilt für die medizinisch viel-fach angewandten Mischungen von Essig mit Nitrum (Soda)und dergl.

3. Kiesel.

Der Kieselstein (Quarz) findet sich als feiner Sand, ingrößeren Stücken, aber auch in ganzen Felsmassen, die häufigdas Muttergestein des Goldes bilden, und auf bergmännischeArt, oder auch mittels Feuer und Essig, zersprengt werden; erist sehr hart und spröde, gibt beim Aneinanderschlagen zweierStücke, oder beim Schlagen mit Stahl, Funken, die man inSchwefel, trockenen Blättern und Zunder auffängt, und eignetsich vorzüglich zu Mühlsteinen. 3

Der Kristall (Bergkristall) ist von eisiger Natur, weshalber auch keine Wärme vertragen und nur kalten Flüssigkeitenwiderstehen kann; zu seiner Entstehung sind klare Feuchtigkeit,etwas Schnee und große Kälte notwendig. Die schönstenKristalle, die sich aus dem reinsten Wasser bilden und deshalbauchvon reinstem Wasser" heißen, sind vollkommen durch-sichtig, wasserklar, von der wundervollsten Glätte, zeigen sechsKanten, doch nicht immer ebenso geformte Spitzen, enthaltenweder Poren noch Blasen und erweisen sich völlig unschmelz-bar. Es gibt Stücke, die fast eine Elle hoch und bis 150 Pfundschwer sind; fehlerhafte Kristalle nennt man solche, die rauh,trüb, rissig, blind, unrein in der Farbe, oder unregelmäßig vonGestalt sind. Letzterem Fehler kann man durch Nachschleifenabhelfen; aus Kristall lassen sich auch Kugeln schleifen, mittelsderer man, indem man sie gegen die Sonne hält, Feuer an-zünden kann. 4

Der Kieselsand dient zur Darstellung des Glases, undwird hierzu mit Nitrum (Soda), dessen beste Sorte die aus Ophirist, und Muschelschalen oder gewissen Steinen, oft unter Zusatz

1 23, 31. 2 23, 27. 3 33, 21; 36, 30. 4 37, 9, 10; 2, 95.