DIE CHEMISCHEN KENNTNISSE DES PLINIUS
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scharf bestimmte Grenzen zu ziehen, da die Gebiete der Chemie,^ ei chemischen Technologie, der Pharmakognosie, Minera-'°Sie u. s. f. sich vielfach berühren oder ineinander übergehen;drittens sind die Deutungen der chemischen, botanischen, mine-ra '°gischen Namen häufig sehr zweifelhaft, und gerade in^•chtigen Fällen oft so unsicher, daß einzelne Irrtümer undMißverständnisse fast unausbleiblich werden; endlich hat manSlc h sorgfältig vor dem Fehler zu hüten, daß man den vor-handenen Angaben einen Sinn unterlege, den sie zwar im LichteUr| serer heutigen Erkenntnis, nicht aber der Absicht des Ver-fassers nach haben können.
Die von mir im nachstehenden bei allen Citaten benutztedeutsche Übersetzung des Plinius ist die neueste, von Witt-stein verfaßte und 1881 zu Leipzig erschienene.
I. Die vier Elemente.
Der Empedokleisch-Aristotelischen Qualitäten- und Ele-1Tlt 'nten-Lehre schließt sich Plinius im allgemeinen völlig an,°' ln e sich jedoch im einzelnen irgendwie um deren Durch-führung und Konsequenzen zu kümmern:
Uber die Existenz von vier Elementen waltet kein Zweifel;das leichteste ist das Feuer, und aus ihm entstand die, gleichstählenden Augen schimmernde Schar der Sterne; sodann kommtd' e Luft, die belebende, alles durchdringende, mit allem inP 'ndung stehende; durch ihre Kraft getragen, schwebt die'de in der Mitte der Welt, und trägt selbst wieder das
W asser. 1
Das Feuer ist ein unermeßlicher und gewaltiger Teil deriVitur, und es scheint fraglich, ob es als zerstörende oder alsIleu bildende Kraft vorwiegt. 2 Seine reinste Form ist der Blitz,der sich, wenn die trübe Luft mit allzu feuchten Ausdünstungenerfüllt ist, aus jenem Feuerstoffe bildet, der von den drei oberen
1 Lib. 1, cap. 4. 2 36, 68.
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