206 Tee.
besondere, auch im Kaffe und Kakao vorhandene Stoff,ein stickstoffceiches Alkaloid von krystallinischerNatur, schwach bitterem Geschmacke und im Wasserlöslich. Jeder echte Tee (und er wird nur zu oft mitfremden Blättern, Schlehen-, Weiden-, Pappeln-,Ahorn-, Ulmen-, Buchen- und Eichend lättern und schonin China mit der dort wild wachsenden Kamelie, denBlüten des wohlriechenden Oelbaumes, Rosen, Jasmin zc.verfälscht) muß enthalten. Gibt man echte
Teeblätter in ein Uyrglas, dickt ein Stück Papierdarüber, setzt das Glas auf eine heiße Ofen-- o">er Herd-platte und erhitzt den Tee solange, bis er sich bräunt,dann müssen sich lange, weißglänzende Krystalle an dieBlätter und das Papier anlegen; dies ist das Alkaloid"Ibeiu, das allen falschen Blättern fehlt.— Die Wirkungdes Tee's rührt weniger von diesem IdÄ'a, als vondem ätherischen Oele und Gerbstoffe her; der erste Tee-aufguß enthält mehrund ätherisches O-l, derspätere mehr Gerbstoff und Gummi,
Anwendung: Personen, welche nicht an dasTeetrinken gewöhnt sind, können ihn als Arznei ge-brauchen, wenn sie an Schwäche der Darmmuskeln unddaher rührendem trägen Stuhlgange leiden, ferner betjener Art von Verdauungsstörung, welche sich durchUebelkeit, Kopfschmerz und Durchfall äußert. Hypo-chondrische und hysterische P-rsonen erfahren durch denTee zwar eine augenblickliche Gefühlsannehmlichkeitund Erleichterung, aber später fühlen sie sich nur nochunbehaglicher, und er bekommt ihnen im Grunde nicht.Gichtische und rheumatische Personen können ihn ehertrinken, um die Hauttätigkeit zu fördern. Personen,welche an das Kaffeetrinken gewöhnt sind, denen dieserGenuß aber Wallungen verursacht, tuen besser, stattdes Kaffee's Tee zu trinken, doch darf derselbe nichtzu stark und heiß sein; auch soll man nur eine kleineTasse voll trinken und stets feste Speise dazu genießen.