Meerrettich. 147
die Wurzel dieser Pflanze neben bitterem Harze Zucker,Extraktivstoff, Gummi, Stärkemehl, Eiweiß, Essigsäureund essigsauren Kalk. Das hellgelbe, schwerer alsWasser wiegende Oel ist so durchdringend und flüchtig,daß ein einziger Tropfen, den man in ein Zimmerbringt, dasselbe mit dem spezifischen Meerrettichgerucheerfüllt,
Anwendung: Der Genuß des Meerrettichs reiztdie Schleimhaut des Magens und des Darms kräftig,regt deshalb die Verdauung an, vermehrt die Gefäß-tätigkeit der Absonderungs- und Aufsaugungsflächenund namentlich die Urinabsonderung. Er muß aberstets mäßig genossen werden. Im Uebermaße ge-nossen, kann er selbst Harnstrenge und Blutharnen ver-ursachen. Personen mit schwachem Magen bekommennach öfterem Genusse von Meerrettich leicht Blähungenund ein lästiges, nach schwefligem Knoblauch riechendesAufstoßen.
Als Heilmittel wird der Meerrettich viel gebraucht.Frisch zerschabt wirkt der Brei der Wurzel schneller alsein Senfteig und ist deshalb ein Hausmittel bei rheu-matischen Zahnschmerzen; bei Mageukrampf lege manihn aus die unteren Brustwirbel des Rückens. Bei rheu-matischen Zahn- und Kopfschmerzen pflegt man einScheibchen an das Kinnbackengelenk, die Schläfe oder dieinnere Handwurzel zu legen. Auch kann man die zer-kleinerte Wurzel mit Branntwein übergießen und dierheumatischen Teile oder bei Magenkrampf die Magen-gegend damit waschen. Personen, die ihre Verdauunganregen und namentlich Darmverschleimungen beseitigenwollen, übergießen 60—120 ß Meerrettich mit 2 bis 4Pfund Bier oder Wein und trinken davon auf einmalSO ß, was auch bei leichten Wassersuchten wegen derHarnvermehrung von guter Wirkung ist. Desgleichenwendet man bei Verschleimungen der Respirations-schleimhäute den eben genannten Meerrettichwein oder
10*