144 Mauerraule.
Same ist rauh, nierenförmig und eckig. Das Krauthat im frischen Zustande einen ganz eigentümlichen,starken, dumpfig-widerlichen Geruch und einen bitteren,scharfen, etwas aromatischen Geschmack; seine Bestand-teile sind ein reichliches ätherisches Oel lOIeum katas),ein grünes Mehl, Clorophyll, Eiweiß und Cellulose,eine albuminöfe Substanz, die durch Galläpfeltinkturgefällt wird, freie Apfelfäure, bitteren Extraktivstoff,ein graufarbiges Gummi und etwas Schwefel.
2. Die wildwachsende Raute ist von so scharferArt, daß sie schon bei einer einfachen Berührung dieHaut reizt, sowie Entzündung, Anschwellung und Bla-senbildung veranlassen kann. Das Kraut dieser wiloenPflanze erzeugt innerlich genommen übelriechendenSchweiß, selbst Blutharnen, in größeren Dosen ent-zündliche Magen- und Darmassektionen, Trockenheit imMunde und Halse, Anschwellung der Zunge, Speichel-fluß, Schwindel, Schläfrigkeit, Trunkenheit, Kopfkon-vulsionen -c,; es ruft also einen völligen Vergiftung« -zustand hervor.
Die kultivierte Gartenraute ist bedeutendmilder und war schon im Altertume wegen ihrer Bitter-keit beliebt.
Die Gartenraute ist ein besonders sicher wirkendesHeilmittel gegen die unterdrückte Menstruation und hateinen ganz besonderen Einfluß auf die Gebärmutter,weshalb sie gegen chronische Leiden dieser Art, dannaber gegen Blähsucht, Kolik, Gelbsucht, Wurmkrankheit:c.,überhaupt bei uervösen Neizzustäuden des Unterleibes,bei krampfhaftem Erbrechen, hysterischen Beschwerden,dann aber auch gegen Krankheiten der Augen (Augen-fchwäche) in Anwendung gebracht wird. Gegen dieHundswut wird folgendes Mittel empfohlen: 30 reifeWalnußkerne werden mit einer Hand voll Raute zer-stoßen und mit '/4 Liter Honig gemischt; man nehmedavon abends einen Eßlöffel voll.