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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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Majoran. 139

man nur noch die Blüten, welche frisch äußerst ange-nehm und erquickend, in großer Menge aber und ingeschlossenen Räumen doch etwas betäubend riechen,trocken aber den Geruch ganz verlieren und gelb werden;ihr Geschmack ist wie jener der Wurzel widerlich-bitter,etwas schars. Sie wirken wie das daraus bereitetedestillierte Wasser herzstärkend und nervenbelebend.Trocken und gepulvert erregen sie Niesen und als Extraktwirken sie purgierend. Die Wurzeln sowie die Beerenwurden früher gegen Epilepsie angewendet.

Majoran (OriZanam 1^)

W u r st k r a u t.

Das Kraut und die Blütenspitzen dieser Pflanzehaben einen besonderen aromatischen Geruch, gewürz-hasten, scharf-bitteren, erwärmenden Geschmack und ent-halten neben einem bitteren Exiraktivstosfe ein äthe-risches Oel.

Anwendung: In der Hauswirtschaft dient diesePflanze als Gewürz, namentlich bei der Wurstbereilung;als Heilmittel wird das Kraut zu Kräuterkissen undBädern benutzt; die frischen Blätter haben beim Volkeals zerteilenve Umschläge auf verhärtete Brüste einenguten Ruf. Die Majoranbutter ist ein vor-zügliches Mittel gegen Stockschnupfen und Nasenver-stopfung der Kinder, wenn man sie in die Nasenlöcherbringt oder auch die Nase damit einreibt. Auch zuEinreibungen auf den Unterleib bei Kindern wird dieseButter gegen Blähungen und Krampf mit Nutzen ver-wendet. Das ätherische Majorauöl, ein blasses,grün-gelbliches, mit der Zeit rötlich werdendes Oet vonbrennendem, gewürzhaftem Geschmacke und Gerüche ist,in Dosen van 1 3 Tropfen innerlich angewendet, eingutes Mittel gegen nervöse und muskulöse Gebärmutter-schwäche. Als äußerliche Einreibung wendet man esmit Erfolg bei Kramps, Blähung, Lähmung, chronischerDiarrhöe und bei Drüsenanschwellungen an.