138 Lungenkraut — Maiblümchen.
Lungenkrank (^ulmonarig. oktioinalis Ii.)
H i r s ch k o h l.
Das Lung-'nkiaut wächst in ganz Dmlschland,Oesterreich und der Schweiz in schattigen Waldungenund Gebüschen, wo es im April und Mai blüht. DieWurzel ist ausdauernd, holzig, ästig und außen schwarz.Der Stengel ist aufrecht, eckig, schwach, haarig, einfachoder am Ende etwas ästig und Fuß hoch. Die
Wurzelblätter sind lang gestielt, geherzt-eiförmig, unge-teilt, lang zugespitzt und am Stiele etwas herablaufend.Die Suelblälter sind stiellos, abwechselnd und zuge-spitzt, haarig, rauh, oben dunkelgrün, unten weißlich,oft auch weiß gefleckt. Die Blumenkrone ist einblätterig,trichterförmig, fünffpattig, stumpf, anfangs purpurrotund fpäter vlau.
Anwendung: Die weiße Asche der verbranntenPflanze gibt eine sehr scharfe Lauge. Blätter undWurzeln wendet man gegen Heiserkeit, leichte Hals-und Brustentzüüdüngen wie auch gegen Blutfpeien an.
Die Hirten stoßen das Lungeukraut zu Pulver,vermischen es mit Salz und geben es dem Rindviehgegen das Keuchen und Husten.
MlMüülchen (eyn?i>IIiU'i,Ä msMis I.,)Maiglöckchen, Zauke, Tyallilie.
Das Maiblümchm hat einen langhin wagerechtkriechenden Wurzelstock von der Dicke einer Gänsefeder-spule, zwei elliptische Blätter und einen aufrechten, ein-fachen, 4—6 Zoll hohen Schaft. Auf diesem befindensich in einer emseitswendigen, nickenden Traube kleine,halbkugelige, reinweiße, wohlriechende Blüten, aus denensich später kugelige, hochrote Beeren entwickeln; es wächstin großen Mengen in schattigen Laubwäldern im Maiund Juni.
Anwendung: Früher waren sowohl die Wurzelals auch die Blüten und Früchte ossizinell, jetzt gebraucht