Lavendel. 133
Anwendung: Die frischen, zur Blütezeit gesam-melten Blätter werden zur Bereitung eines Extraktesverwendet, sie riechen wie das ganze Kraut sehr starkund widerlich, narkotisch und opiumartig, schmeckenbitter und scharf und enthalten außer dem flüchtigennarkotischen Bestandteile noch einen bitteren Extraktiv-stoff, Kautschuk, ein Hartharz, Wachs, Gummi, Eiweiß:c.Man schreibt ihm harntreibende Wirkungen zu undgibr den Extrakt in Dosen von ^4—^/2^1 8-
Lavendel vsra I>.)
Spicanard.
1. Der gemeine Lavendel wächstauf sonnigen Hügelnund Bergen im südlichen Europa und wird bei uns häufigzur Einsassung der Blumenbeete kultiviert; er blüht imJuni und Juli.
Anwendung: Die Blätter und häufiger nochdie Blütenähren dieser bekannten, stark und lieblich-aromatisch riechenden und aromatisch-bitter schmeckendenPflanze sind osfizinell, doch werden sie ungeachtet ihresgroßen Gehaltes an ätherischem Oele und ihrer starkreizenden Kräfte nur selten innerlich, dagegen destohäufiger äußerlich zu aromatischen Umschlägen ange-wendet.
2. Der breitblätterige Lavendel ist meist höherund viel grauer. Die Blätter sind fpatelförmig-läng-lich, breiter, am Grunde stielig verschmälert. Die Blüten-stände sind kürzer, die gemeinschaftlichen Deckblätterlineal-lanzettförmig. Die Kelche haben fast die gleicheLänge wie die Blumenrohre. Die Pflanze wächst aufsonnigen Hügeln und Bergen Südeuropas; gegen Winter-kälte ist diese Art sehr empfindlich, sie blüht im Juliund August.
Anwendung: Der breitblätterige Lavendel riechtnoch stärker als ersterer und wird ebenso gebraucht, vor-zugsweise wird aus ihm das ätherische Oel im südlichenFrankreich im großen gewonnen.