Kampfer. 117
flüssiges, dunkelblaues Oel, welches allerdings sehr teuerist, da aus einem Pfunde Blüten nur 75 bis 85 «Zherausdestilliert werden. Man kann dasselbe aber inder häuslichen Anwendung durch gut bereiteten Kamillen-tee vollständig ersetzen. Ein mit Citronenöl verbundenesKamillenöl (Visum eitratum) dient, mit
einem setten Oele versetzt, zu Einreibungen bei krampf-haften Zuständen. Das destillierte Kamillenwasser wirdzu Schweiß? und Eiterungsmitteln bisweilen auch alsFlüssigkeitsbesörderungsmittel genommen; das gekochteKamillenöl (vlsuiu vb^wowillg.« eostum) ist ohne allesätherische Oel der Kamille, es ist nur Olivenöl, worinkein Extraktivstoff aufgenommen wurde, und das nurvon dem Blattgrün der Kamille eine grüne Farbe an-nahm, ohne jede besondere Wirksamkeit,
Kampfer (LamMora,.)
Der Kampferbaum hat einen walzigen, aufrechtenStamm mit grauer Rinde, weißlich und rötlich ge-flammtem Holze, welches stark nach Kampfer riecht.Die Blätter sind ungsschuppt; die Blüten sind einzelngestielt und stehen in achselstänoigen, trugdoldigen Rispen.Die Frucht (Beeren) ist fleischig, schwarzrot und glän-zend. Die Heimat des Kampferbaumes ist China undJapan, woselbst er wild wächst,
Anwendung: Der Kampfer ist ein sehr kräftiges,flüchtig erregendes'Mittel, welches hauptsächlich auf dasNervensystem wirkt; er wird bei Fiebern, Typhus,Schlafsucht, Sehnenhüpfen und schwachem Pulse an-gewendet, ebenso auch mit Erfolg bei Blattern, Masern,Scharlach, Rotlaus, Gicht und Rheumatismus. DerKampfergeist besteht aus 30 Z pulverisiertem Kampferund 60 ß Olivenöl und wird zu Einreibungen benutzt.Kampserseife bereitet man, indem man 1 Pfund gute,feine weiße Seife schabt, in einem irdenen GeschirrLiter Wasser dazu gießt und dies auf ein Feuer stellt.