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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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Kamille. 115

kräftiges, ionisches Reizmittel. Die Wurzel wendet manbei Gicht, Wechselfieber und Siechtum an, auch wirdsie in Zucker eingemacht. Ein Absud der Wurzel treibtden Harn ab, ist gut gegen Seiteustechen, Krämpfe,Magen leiden und gestörte Menstruation. Der aus derWurzel gepreßte Sast stärkt die Augen. Aeußerlich istder Kalmus gut gegen Geschwüre, erschlafftcs Zahnfleischund auch zu Bädern bei Schwächekrankheiten.

Kalmustinktur bereitet man aus 30 Z Kalmusöl,welches in 2 Liter Weingeist aufgelöst wird. Die Dosisbesteht aus 102040 Tropfen. Ein sogenanntesLebenspulver wird bereitet aus: je 15 g Kalmus,Muskatblumen, Zitterwurz, Alantwurz, Pimpernell-wurz, Süßholz und gebranntem Hirschhorn, ferner ausje g A weißem Ingwer, Zimmet, Galant, Gewürznelken,Hirschzungenblättern, Ehrenpreis, Kard obenedikten- undTausendgüldenkraut und ferner aus je 50 Z Cubeben undKardamomen, 25 g Anis, je 12 Z Kümmel und Peter-siliensamen, 15 Z Fuchslunge und 1 Pfund Kandiszucker.Dies alles wird zusammen gut gepulvert und gemischtund dicht verschlossen aufbewahrt.

Kamille (Uatriosriz ebÄluomills, Ii.)

Kamillenmutterkraut, gemeine Kamille,Feldkamille, Lungenblume.

Die Kamillen haben einen stark aromatischen,sür viele angenehmen Geruch, einen gewürzhaft bitterenGeschmack und wirken als Heilmittel besonders durchihr ätherisches Oel; serner enthalten sie einen bitterenExtraktivstoff und harzige Bestandteile.

Anwendung: Die Wirkung der Kamille ist sehrverschieden, sie wird in gepulvertem Zustande als Teeoder als Abkochung angewendet. In trockenem Zustandewirken alle Bestandteile, als Tee vorzüglich das flüchtigeDel, welches bei der Abkochung ganz entweicht. Meistwird die Kamille als Tee angewendet, jedoch soll man

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