Gamander. 87
Anwendung: Das Kraut wie auch die Wurzelsind geruchlos und werden gegen Ruhr, Durchfälle undWechselfieber angewendet. Der Fingerkrautbranntweinwird auf folgende Art bereitet: 75 Z Fünffingerkraut-wurzel, 60 Z Tormentillwurzel, 45 Z Benediktenwurzelund je 3 Hände voll Betonien, Gamander, Kardo-benedikten, Tausendgüldenkraut, Wermut werden grobzerschnitten, in ein reines 25 Liter haltendes Fäßchen ge-tan und dieses mit gutem Weinmost gefüllt. Nachungefähr 2 Monaten, wenn die Gährung vorüber ist,trinke man morgens nüchtern und vor dem Mittagessenein Gläschen voll davon.
Gamander (leuorium.)
1. Der lauchduftende Gamander, Lachenknob-lauch, wächst in Sümpfen und an feuchten Orten, erist eine ausdauernde Pflanze, die nicht allein in Deutschland,sondern auch in dem übrigen Europa angetroffen wird.Der Stengel breitet sich weit aus, die Blätter findlänglich, sägeartig gezähnt und stiellos. Die Blumensitzen zu zweien auf eigenen Süelen in den Winkeln derBlätter. Sie kommen im Juli und August zum Vor-schein und sind rötlich-weiß.
Anwendung: Osfizinell sind die Blätter undblühenden Spitzen dieser in frischem Zustande knoblauch-artig riechenden und sehr bitter schmeckenden Pflanze.Früher wurde der Lachenknoblauch bei bösartigen Fiebern,Asthma, Wassersucht, Hautausschlägen, unreinen Ge-schwüren, Brand gegeben, weil man ihm fäulniswidrige,die Verdauung, Aufsaugung und Absonderung beför-dernde Eigenschaften zuschrieb. Gegenwärtig macht ernoch einen Bestandteil der aromatischen SpezieS aus.
2. Der gemeine Gamander hat einen niedrigliegenden, ziemlich haarigen Stengel, keilförmig-eirunde,gekerbte und gestielte Blätter und zu dreien beisammen-fitzende, matt purpurrote Blumen, welche sich von Juni