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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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86 Föhre Fünffingerkraut.

Stengel. Die Blüten haben fünf Kelchblätter und fünfverkehrt-eirunde, himmelblaue Blumenblätter, fünf Staub-gefäße und einen Stempel. Die Frucht ist eine kugeligeKapsel mit flachen, braunen, zahlreichen Samen. DieHeimat des Flachses scheint der Orient zu sein.

Anwendung: Die Leinsamen und das aus ihnengepreßte Oel werden meistens nur äußerlich gebraucht!nur bisweilen werden die ganzen Leinsamen wegen desin ihrer äußeren Schale enthaltenen Schleimes in Ab-kochung als ein schleimiges Mittel besonders bei starkemHustenreiz benutzt; man nimmt 15 30 Z auf 500 ZWasser. Die Samen müssen in diesem Falle so frischals möglich sein, weil sie sonst der Abkochung einensehr widerlichen Geschmack erteilen. Meist werden diezu Mehl verarbeiteten Samen als Leinsamenmehl zuerweichenden Breiumschlägen verwendet, indem man siemit Wasser oder Milch allein oder unter Beigabeanderer Substanzen zur gehörigen Konsistenz einkocht.Zu demselben Zwecke verwendet man auch die nach demAuspressen des Osles zurückbleibenden sogenanntenLeinkuchen, diese werden in einem Mörser zu feinemPulver zerrieben. Das Leinöl wird nicht selten er-weichenden Klystieren zugesetzt oder als Grundlage fürLinimente benutzt. Zu Klystieren nimmt man 23Eßlöffel voll in Kleien- oder Kamillenwasser. GegenVerbrennungen nimmt man 4 Teile Leinöl und 3 Teilesüße Mandelmilch, vermischt beides gut mit einanderund legt es auf die verbrannten Stellen.

Föhre siehe Kiefer.

Fiinffingerkraut (^otsutillg, rsptsos I,,)

Das Fünffingerkraut wächst auf Triften, feuchtenPlätzen, an Flußufern in Europa, Nordasien und Nord-amerika und blüht jährlich 2 mal, im Frühjahr undHerbst. Der kriechende Stengel hat seidenhaarige Blätterund gelbe Blüten.