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Der Kräuterarzt : eine Beschreibung der heilkräftigen Pflanzen und Kräuter und deren Gebrauch bei vorkommenden Krankheiten ; nebst einem genauen alphabetischen Register der Krankheiten mit Angabe der anzuwendenden Kräuter und Heilpflanzen
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Fingerhut Flachs. 85

ärzte nehmen es auch zum Auflegen auf Wunden undGeschwüre.

Fiugerhut (Digitalis).

Der rote Fingerhut wächst in sonnigen WäldernDeutschlands, der Schweiz und verschiedener LänderEuropas, er blüht von Juni bis August. Die Samenreisen im September. Die Wurzel ist zweijährig. DerStengel einfach, aufrecht, 34 Fuß hoch, rund, behaart.Die Blätter sind abwechselnd, die obersten ungestielt,lanzettförmig, fast ganzrandig, die unteren gestielt, ei-förmig, gezähnt, herablaufend, runzelig, unten blaffer,etwas rauh, auf beiden Seiten feinhaarig. Die Blumen-krone ist groß, glockenförmig, stumpf, bauchig, inwendigetwas haarig mil dunkleren Flecken gezeichnet, purpurrot.Der Same ist sehr klein nnd eiförmig.

Anwendung: Die ganze Pflanze wirkt betäu-bend-giftig und erzeugt Durchfall, Erbrechen, Schwindel,Zittern, Ohnmacht und Schlagfluß. Aeußerlich dienendie Blätter sowohl frisch als getrocknet und wieder er-weicht zum Auflegen bei Gesichtsschmerzen, Hodenge-schwulst und Gesichsknoten. Die Tinktur wird auffolgende Art bereitet: Sobald die Pflanze anfängt zublühen, sammelt man sie, preßt den Saft aus undvermischt ihn mit ebensoviel Weingeist. Nach 23Tagen gieße man die Flüssigkeit von dem Bodensatzeab und hebe sie zum Gebrauche auf. Bei Anwendungdieser Tinktur vermeide man den Genuß des Essigs,sie ist von sehr gutem Erfolge bei hartnäckigem Husten.Der Gebrauch des Fingerhutes darf nur auf Verord->nung des Arztes in Anwendung gebracht werden.

Flachs llLitAtissimum I-)

Lein.

Der Flachs hat eine einjährige, dünnspindeligeWurzel und einen aufrechten, 12 Fuß hohen ästigen