Abbißkraut. 11
Auch die Zeit, wann die Heilmittel zu reichen undinnerhalb welcher Zwischenräume sie zu wiederholensind, hängt von verschiedenen Umständen ab. Der Körperbietet zu gewissen Jahreszeiten eine größere Empfäng-lichkeit für gewisse arzneiliche Einflüsse dar, hierzu kommt,daß mehrere der letzteren zu gewissen Zeiten heilkräftigersind. Man verschiebt daher die Ravikalkur mancherKrankheiten auf diese günstige Zeit und behilft sich inder Zwischenzeit mit leichteren Mitteln. So verschiebtman bet vielen Leiden der Unterleibsorgane die Haupt-kur auf das Frühjahr und den Sommer, wo man eineMineralwasserkur am zweckmäßigsten vornehmen kann.
Abbiß (Lueeiss, xrateusis 1^,)St. Peterskraut, Abbißkraut, Abbißmünze,Teufelsabbiß, Wiesenabbiß.
Diese ausdauernde Pflanze wächst hin und wiederin Hecken und Büschen, auf trockenen Wiesen und infrisch abgehauenen Wäldern, wo sie von Mai bis AugM.blüht. Die Samen reifen den Sommer über. "" DasAbbißkraut hat eine schwärzliche oder bräunliche spindel-förmige, faserige Wurzel, welche unten abgebissen er-scheint, doch hat sie viele Nebenwürzlein wie die Wurzeldes Baldrian. Im Juni wachsen aus der Wurzelrunde, nackte Stengel, ungefähr drei Fuß hoch, undauf diesen blauviolette Blumen aus vielen kleinenBlümchen zusammengesetzt. Das Ganze sieht ungefähraus wie ein rundes Hütlein; wenn diese Blümchenausfallen, was Ende August geschieht, so fliegt derSamen davon. Die Wurzel hat keinen Geruch, abereinen starken, bitteren und zusammenziehenden Geschmack.Sie enthält vorwiegend einen bitteren Extraktiv- undGerbstoff. Wurzel und Kraut wird gestoßen.
Anwendung: Das Abbißkraut verwendet man