1V Heilmittel im allgemeinen.
Das Alter beeinflußt zunächst die Gabe des Heil-mittels, indem man einem Kinde eine kleinere Gabeverordnet als einem Erwachsenen, und kann man hierbeifolgendes Verhältnis ausstellen. Setzt man nämlich fürdas reife Mannesalter von 25—60 Jahren die volleHeilmittelgabe voraus, so paßt für das Jünglingsalter,also vom 14,—25. Jahre, zwei Drittel der vollen Gabe,und für das Knabenalter vom 7.—14. Jahre die Hälfteder vollen Gabe. Einein Kinde von 4—7 Jahren gibtman dann ein Drittel der vollen Gabe, einem im 4.Jahre stehenden Kinde ^/t, einem im 3. Jahre stehendenKinde i/v, einem 2jährigen Kinde ^/», einem 1jährigenKinde einem ^/sjährigen Kinde einem ^/«jährigenKinde der vollen Gabe. Im Greisenalter ist dieGabe gleichfalls zu verringern und im Alter von 60—70Jahren auf 2/3 herabzusetzen.
Was nun das Geschlecht anbelangt, so gilt die Regel,daß man einer weiblichen Person wegen der größeren Reiz-empfänglichkeit und der geringeren Reaktionskraft eineetwas geringere Gabe von Heilmitteln reicht, etwa ^/zder vollen Gabe. Außerdem hat man noch zu bemerken,daß man beim Eintreten der Menstruation, wenn esnicht dringend nötig ist, mit dem Medicinieren aussetzt.
Konstitution und das von ihr abhängige Tempe-rament beeinflussen die Gabe gewissermaßen ebenfalls,indem kräftigere Konstitutionen kräftigere Dosen erheischenals schwächliche.
Auch die Lebensweise beeinflußt die Größe derDosen, denn abgehärtete Naturen verlangen stärkereDosen als verweichlichte.
Ebenso üben das Klima, die Jahres- und Tages-zeit ihren Einfluß auf die Bestimmung der Gaben aus.So muß man im Winter nicht selten zu anderen Gabenderselben Mittel greifen als im Sommer. Im nüchternenZustande und des Morgens hat der Magen eine andereStimmung als mittag« oder abends, um welche Zeiter gewöhnlich voll zu sein pflegt.