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1 (1907)
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Frangula.

Krystallzellen umgeben sind. Im Parencliym Drusen von oxalsaurem Kalk. Steinzellenfehlen der Rinde.

Mit Kalkwasser und anderen Alkalien übergössen wird die Rinde schön roth, derwässerige Auszug der Rinde wird durch Eisenchlorid tiefbraun gefärbt. Geschmack bitter-lich-ßüss und etwas schleimig.

J3 estandtheile. Der wirksame Bestandtheil der Droge ist glukosidischer Natur,man bezeichnet ihn nach Kubly als Frangulasäure ( Aweng's primäres Glukosid); dieseliefert beim Kochen mit Citronen- oder Oxalsäure durch Hydrolyse Kübly's reine Fran-gulasäure oder Aweng's Pseudofrangulin, das wieder durch Hydrolyse Aweng'sPseudo-Emodin liefert. Pseudofrangulin löst sich mit prachtvoll rother Farbe in Aetz-alkalien, schwerer in Alkalikarbonaten. Pseudo-Emodin löst sich mit derselben Farbe leichtin Karbonaten. Beide wirken mild abführend in Gaben von einigen Dccigrammen. DasPseudo-Emodin, das ebenso wie die entsprechenden Körper aus der Aloe, dem Rhabarberuud den Sennesblättern ein Oxymethylanthrachinon C 15 H 10 O 6 ist, schmilzt bei '250° C.

Um die Gesammtmenge der wirksamen Bestandtheile für die Darstellung des Fluid-extraktes zu verwerthen, soll die Rinde mit mindestens SOproc. Alkohol ausgezogen wer-den, noch besser ist es nach Aweng , das etwa noch in der Rinde vorhandene primäreGlukosid vorher zu hydTolysiren. Zu diesem Zweck erhitzt man das Rindenpulver mitLösung von Citronensäure, dampft zur knetbaren Masse ein und perkolirt mit 96proc.Alkohol. Der gewonnene Auszug, der aus 100 Th. Rinde 500 Th. beträgt, wird grössten-teils mit Calciumkarbonat abgestumpft. Der Extraktgehalt der Rinde beträgt rund20 Proc.

Verwechslungen. Solche sind durch das gemeinsame Vorkommen mit ähnlichaussehenden Sträuchern leicht möglich. Es kommen folgende in Betracht:

1) Rinde der Erle, Alnus glutinosa (L.) Gärtn. Sie ist braun und glatt. BeimSchälen zeigt sie keine rothe, sondern nur eine gelbbraune Farbe. Mit Ferrichlorid wirdder Auszug schwarz. Die Lenticellen sind spärlich, punktförmig. Der Bruch ist nichtfaserig. Die Rinde hat einen aus Fasern und Steinzellen gebildeten,gern ischten sklerotischen Ring."

2) Die Rinde von Alnus incana (L.) D. C. ist der vorigen ähnlich.

3) Die Rinde von Rhamnus cathartica L. ist glänzend rothbraun. Lenticellenspärlich. Sie bildet viel kürzere Stücke wie Cortex Frangulae. Der Bruch lässt lange,gelbe Fasern erkennen.

4) Die Rinde der Rhamnus Purshiana D. C. hat Steinzellen (vergl. Rhamnus).

5) Die Rinde der Traubenkirsche oder des Faulbaumes Prunus Padus L.Riecht frisch nach bitteren Mandeln wegen des Gehaltes an Amygdalin Sie hatrundliche, grüngelbe oder gelbgraue Korkwarzen und feinfaserigen Bruch mit weissenBastfasern.

Einsammlung, Aufbewahrung. Die Rinde wird im Mai und Juni gesammeltund getrocknet, hauptsächlich aber bei der Verarbeitung des Holzes zu Schiesspulver alsAbfall gewonnen, ist daher eine billige Waare. Wegen ihrer unangenehmen (brechen-erregenden) Nebenwirkungen in frischem, oder frisch getrockneten Zustande darf sie,wie es Helv. und U-St. auch vorschreiben, erst nach wenigstens einjähriger Lagerung inGebrauch genommen werden. Es empfiehlt sich aus diesem Grunde, die selbstgesammelteund, wenn man von der Zuverlässigkeit seines Lieferanten nicht völlig überzeugt ist, auchdie eingekaufte Rinde mit einem entsprechenden Vermerk versehen ein, besser zwei Jahrebei Seite zu stellen. Dieselbe Veränderung, die eine solche längere Ablagerung bewirkt,soll übrigens durch einstündiges Erhitzen der frischen Rinde auf 100° C. zu erreichensein. Nach Aweng ist die brechenerregende Wirkung der frischen Rinde auf die Gegen-wart eines Fermentes zurückzuführen.

Eine für Theemischungen besonders geeignete Zerkleineruugsform ist die Cort.Frangulae concisa der Drogisten;, für Abkochungen hält man eine feine Speciesform,zur Extraktbereitung ein mittelfeines Pulver (100 Th. Rinde geben etwa 90 Th.) vorräthig.