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Farfara.
Weibliche Randblüthen in mehreren Reihen, schmal zungenförmig, die zwittrigen Scheiben-blüthen röhrig, fünfzähnig. Griffeläste halb-walzenförmig, stumpf. (Fig. 241.)
2) Die Blätter: Folia Farfarae (Germ.). Folia seu Heriba Tussilaginis. —Huflattigblätter. Huflattig. Brandlattig. Brustlattlg. Lehmbläitter. Sand kraut.Quirinskraut. — Fenilles de tussilage ou de pas d'äne. — Coltsfoot leaves.
Beschreibung . Die bis handgrossen Blätter sind langgestielt, herzförmig-rund-lich, winkelig-gezähnt, die Zähne rothbraun, knorpelig. Das Blatt ist von einem Mittel-nerven durchzogen, die ersten Sekundärnerven gehen am Grunde des Blattes ab, so dassdie Nervatur haudförmig erscheint. Die Sekundärnerven endigen in den Hauptzähnen desBlattrandes, ihre Zweige in den kleineren Zähnen. Oberseits sind die Blätter kahl, unter-seits sind sie, wenigstens in der Jugend, von langen Haaren filzig. Die Haare bestehenaus einer Anzahl kürzerer, etwas angeschwollener Zellen, an die sich eine dünnere, amGrunde ebenfalls angeschwollene, ausserordentlich lange Endzelle anschliesst.
Epidermiszellen der Oberseite wenig buchtig, mit Stomatien, die der Unterseite starkbuchtig-, ebenfalls mit Stomatien. Unter der Oberseite drei Reihen kurzer Palissaden, dasSchwammparenchym ausserordentlich locker, so dass weite Maschen entstehen, die vonschmalen Parenchymstreifen gebildet werden. Diese Maschen treten auf mit Chloralhydratdurchsichtig gemachten Stückchen des Blattes von der Unterseite sehr deutlich hervor.
Der Blattstiel ist im Querschnitt langgezogen herzförmig, mit meist13 Gefässbündeln, unter der Epidermis mit sehr stark ausgepräg-tem Collenchym, bei dem besonders die Tangentialwände erheblichverdickt sind. Geruchlos, Geschmack fade schleimig.
Bestandtheile. Spuren ätherischen Oeles, 2,63 Proc.eines glukosidischen Bitterstoffes, kautschukartige Sub-stanz, Schleim, Gallussäure und 17,10 Proc. Asche, die Chlo-ride, Karbonate, Phosphate und Silicate von Kalium, Calcium, Mag-nesium, Eisen und Aluminium enthält.
Verwechslungen und Verfälschungen. Die Blättervon Petasites officinalis Moench haben bis 60 cm im Durch-messer, sie sind kaum eckig, unterseits wollig, die von Petasitestomentosus DC. fast dreieckig-herzförmig, unterseits schneeweiss-filzig, Lappen des Grundes vorne verbreitert, einwärts gekrümmt,die von Petasites liiveus ßaumgarten sind ähnlich, aber dieLappen des Grundes auseinander tretend. Alle sind den Huflattig-blättern ähnlich gebaut, doch haben sie nur eine Palissadenschicht.
Die Blätter der Kletten, Lappa officinalis Allioni und Lappa tomentosa Link,sind oval herzförmig, zugespitzt, klein gezähnt, mit stark auf der Unterseite hervor-tretenden Nerven.
Einsammlung und Amvendung. Die Blätter werden im Mai und Juni ge-sammelt, geschnitten, von erdigen und filzigen Theilen durch Absieben gereinigt und aneinem trocknen Orte aufbewahrt. 5 Th. frische geben 1 Th. trockne. Man bedient sichihrer bei katarrhalischen Leiden der Respirationsorgane. Die "Wirksamkeit bei Skrophulosebedarf der Bestätigung.
Ptisana de floribus Tussilaginis. Tisane de tussilage (Gall.). 5 g Huflattig-blüthen, 1000 g siedendes Wasser. Nach '/ 2 Stunde abseihen und durch Papier fil-trir en.
Sirupus de Tussilagine. Sirop de tussilage (Gall.). Wie Sirup. Chamomillae(S. 716) zu bereiten.
Sirupus pectoralis. Sirop d'espöces pectorales (Gall.). 100 g Brustthee(Esp&ces pectorales avec les fleurs, Gall. S. 233) übergiesst man mit 1200 g siedendem Wasser,presst nach 6 Stunden, bringt auf 1000g, filtrirt, fügt 50g Orangenblüthenwasser, worin0,3 g Opiumextrakt gelöst sind, hinzu und macht mit 2000 g Zucker zum Sirup.
Fig. 241.a. Scheibenblüthe. b. Rand-blüthe von Tussilago Farfara.