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1 (1907)
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Euphorbia.

charakteristischen, knochenförmig gestalteten Stärkekörner erkennen. Geschmack anhaltendund brennend scharf. Sonst geruchlos verbreitet es, in grösseren Mengen erhitzt, einenan Weihrauch erinnernden Geruch. Wasser bildet mit ihm keine Emulsion, sondern ent-zieht ihm, wenn man es damit verreibt, nur Gummi und verschiedene Salze. In Wasserwenig löslich, besser in Alkohol, Aether und ätherischeu Oelen, doch löst keine dieserFlüssigkeiten vollständig.

Säurezahl nach Beckurts und Brüche: 18 — 25, Esterzahl 49 — 68, Ver-seifungszahl 70—83.

Bestandtlieile. Nach Henke : 34,6 Proc. Euphorbon, 29,95 Proc. in Aether lös-liches Harz, 14,25 Proc. in Aether unlösliches Harz, 1,10 Proc. Kautschuk, 1,50 Proc.AepfelsäuTe, 8,10 Proc. mit Alkohol fällbares Gummi und Salze, 12,30 Proc. mitAlkohol nicht fällbares Gummi und Salze, 1,20 Proc. in Ammoniak lösliche Salze undorganische Stoffe.

Das Euphorbon C 15 H 24 0 kann man der Droge entweder direkt mit Petrolätherentziehen oder nach Extraktion der Droge durch Wasser und Alkohol mit Aether.Schmelzpunkt je nach den Lösungsmitteln, aus denen man krystallisirt, sehr wechselnd, ausPetroläther 67° C., aus Alkohol 114° C. Es dreht rechts. Löslich in Petroläther, Chloro-form, Aether, Alkohol, Benzol, Aceton und 90proc. Alkohol, in 10000 Th. heissen Wassers.Mit Schwefelsäure ziegelroth sich färbend.

Das in Aether lösliche Harz schmeckt scharf, im Schlünde kratzend, und erzeugtNiesen und Augenentzündungen. Schmelzpunkt 42—43°C. Das in Aether unlöslicheHarz reagirt sauer, schmeckt wenig bitter, meist kratzend, etwas zusammenziehend.Schmelzpunkt 119—120°C. Asche 10 Proc., in der Chlorkalium nebst Karbonaten desNatrium und Calcium vorhanden sind.

Aufbewahrung. Pulverung. Euphorbium hat seinen Platz unter den vor-sichtig aufzubewahrenden Arzneimitteln. Unzerkleinert wird es nicht gebrauchtund auch selten vorräthig gehalten. Man lässt es unter Beobachtung der grössten Vor-sicht (vergl. S. 595) am besten im Freien stossen und kann zur Verminderung des Stäubensauf 100 g zwei süsse Mandeln zusetzen. Da indessen trotz aller Vorsicht das Pulvern desEuphorbiums, dessen Staub schon in geringer Menge zu heftigem und anhaltendemNiesen reizt, eine der unangenehmsten Arbeiten ist, so überlässt man sie in der Regelden Drogenhandlungen; hier wird das Gummiharz in geschlossenen Pulvermühlen ge-mahlen und gelangt alsdann in dicht verklebten Pappkästchen von '/ 4 und '/, Kilo Inhaltin den Handel. 100 Th. liefern etwa 93 Th. mittelfeines Pulver.

Anwendung. Das Euphorbium dient hauptsächlich in der Thierheilkunde als Zu-satz zu reizenden oder blasenziehenden Salben und Pflastern; ist es dabei mit Kantharidenoder Harzen zu mischen, so besprengt man es vorher mit wenig Terpentinöl. Euphorbiumist dem freien Verkehr entzogen; im Bereich der Austr. darf es nur gegen ärztliche Ver-schreibung abgegeben werden.

t Tlnctura Euphorbii. Euphorbiumtinktur. Teinture d'euphorbe. Er-gänzb.: 1 Th. grob gepulvertes Euphorbium, 10 Th. Weingeist (87 proc.). — Gall.: WieTinctura Cinnamomi Gall. (S. 843) zu bereiten.

Emplastrum Capucinorum.

Kap uzinerpf laster. GichtpflasterRp. Picis nigrae navalis 30,0Cerati Resinae Pini 40,0Empl. Galbani crocat. 20,0Euphorbii pulver. 2,0Benzoes pulver. 8,0.

Emplastrum Euphorbii.Emplastrum ischiadicum.Rp. Euphorbii pulv. 3,0Cerati Resinae Pini 97,0.Bei Kreuz- und Hüttweh.

Oleum Euphorbii.

Rp. Euphorbii pulv. 10,0Olei Terebinthin. 10,0Olei Olivarum 90,0.Digeriren, nach dem Absetzen filtriren.reiben bei Lähmung.