Drosera.
1045
weise fast zu einem geschlossenen Hing zusammentreten. Die Steinzellen gehen auch inden Bast über, der Hilchsaftsehläuche und zusammengefallene Siebröhren erkennen lässt.Markstrahlen bis 3 Zellreihen breit, ihre Zellen radial gestreckt. Im Parenchym derBaststrahlen und der Mittelrinde reichlich Oxalat in Einzelkrystallen.
Da unter dem Namen Ditarinde ganz verschiedene Binden in den Handel gelangen,so ist vorkommenden Falles genau auf den Bau zu achten.
Bestandtheile. Alkaloide: Ditamin C 16 H i9 N0 2 , Ditain oder EchitaminC 22 H 28 N 2 0 4 , ein heftiges Gift. Ferner Echicerinsäure, Echikautschin C 60 H 40 0 2 , eineelastische Substanz, löslich in Chloroform, Aether, Benzin, Echicerin C 30 H 48 O 2 , EchitinC 32 H 52 0 2 , Echite'in C 42 H, 0 0 2 , Echitenin C 20 H 2 ,N0 4 , Echiretin. — Ditain wird vonkoncentrirter Salzsäure nach mehreren Stunden purpurroth gelöst, ebenso lösen Schwefel-säure, Vanadinschwefelsäure, Salpetersäure mit rother Farbe.
Ditamin wird von Salpetersäure mit gelber Farbe gelöst, die Farbe wird danngrün, endlich orangerotli.
Anwendung. Man verwendet die Binde als Febrifugum nnd Tonicum, besondersbei chronischer Diarrhoe und Buhr, wie Chinarinde. Zum arzneilichen Gebrauch eignet sicham besten das Fluidextrakt und die Tinktur (1:10), von der 3 —7 g pro dosi gegebenwerden.
Drosera.
Gattung der Droseraceae.
I. Drosera rotundifolia L. Sonnenthau. Bosee du soleil. Youthwort.Lustwort. Heimisch auf Torfmooren Europas und Nordamerikas. Perennirendes Krautmit einer Bosette grundständiger, rundlicher, in den langen Stiel verschmälerter, reizbarer,mit Drüsenhaaren besetzter Blätter. Inflorescenz wickelartig. Blüthen klein, zwittrig,fünfzählig, mit 3 Karpellen.
Verwendung findet die ganze Pflanze:
Herfoa Droserae. Herba Rorellae s. Roris Solis. — Sonnenthau. Sonnen,kraut. Ohllöffelkraut. Edler Widerthon. Juiigfernblüthe. — Drosera (Gall.).
Das blühende, bei gewöhnlicher Temperatur getrocknete Kraut. 7 Th. frischesgeben 1 Th. trockenes.
Bestandtheile. Ein peptonisirendes Ferment, der Träger der verdauenden Kraftder Blätter, ferner rothe und gelbe Farbstoffe und ein ätherisches Oel; die frisch etwasscharfen und reizenden Blätter verlieren diese Eigenschaft beim Trocknen. Das trockneKraut liefert mit Alkohol (60proc.) 25 Proc. Extrakt.
Anwendung. Die in Vergessenheit gerathene Droge wird neuerdings besondersin England und Amerika bei Bronchitis, Asthma, Keuchhusten und dem Husten derPhthisiker angewendet. — Es wird auch eine Wirkung auf die Sexualorgane behauptet.Im wesentlichen scheint die Wirkung eine diuretische zu sein, daher auch bei Wasser-sucht verwendet. — Dass die Pflanze zu den sogenannten „fleischfressenden" gehört, istbekannt.
II. Ebenso verwendet man auch die anderen bei uns heimischen Arten: Drosera
intermedia Hayne und Drosera longifolia L.
Alcoolatura Droserae (Gall.) wird aus der ganzen, frischen Pflanze wie Alcool.Digitalis Gall. (S. 1041). dargestellt.
Extractum Droserae s. Rorellae. Durch Ausziehen des trockenen Krautes mitverdünntem Weingeist bei gelinder Wärme und Eindampfen zur Extraktdicke. Ausbeuteetwa 25 Proc. Gabe 0,1—0,3.
Extractuui Droserae fluidum. Wie Extract. Belladonnae fluidum U-St. (S. 470)zu bereiten.
Tinctura Droserae s. Rorellae. 1 Th. Sonnenthau, 5 Th. verdünnter Weingeist(60 proc.). Nach C ukie : 100 g trocknes Kraut, 11 verd. Weingeist (60 proc.). Einzel-gabe 0,4—1,0 g, Tagesgabe 6—10,0 g.