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Dammar.
Bestandtheile. 23 Proc. Dammaiolsänre C M H !; (OH)COOH. 40Proc. a-Dammar-Resen (Schmelzpunkt 65° C.) C n H 17 0. 22,5 Proc. /?-Dammar-Resen (Schmelzpunkt200° C.) C 32 H 63 0. Ferner in geringer Menge ein Bitterstoff und ätherisches Oel, Asche 0,1bis 3,5 Proc.
Bestimmung der Säurezahl nach Dieterich : lg Dammar übergiesst man mit50 ccm Benzin (spec. Gew. 0,7 bei 15° C.), fügt 10 ccm '/ 2 N. alkoholische und 10 ccmJ / a N. ■wässerige Kalilauge zu und lässt 24 Stunden verschlossen stehen. Man titrirt dannohne Wasserzusatz mit 1 / t N. Schwefelsäure und Phenolphtale'in zurück. Die Anzahl dergebundenen ccm Kalilauge x 28 = Säurezahl.
Verfälschung des Dammarharzes mit hellem Kolophonium ist beobachtet worden.Zum Nachweis des letzteren werden 2 g des gepulverten Harzes mit 20 ccm Ammoniak(spec. Gew. 0,96) geschüttelt, nach halbstündigem Stehen filtrirt und das höchstens schwachopalisirende Filtrat mit Essigsäure übersättigt. Beines Dammar bleibt klar oder zeigtgeringe Opalescenz, bei 5 Proc. Kolophonium scheiden sich einige Flocken ab, bei 10 Proc.entsteht eine starke Abscheidung, bei 20 Proc. eine Gallerte.
Anwendung. In der Pharmacie nur als Bestandtheil des Heftpflasters; sonst zurBereitung von Lacken und Firnissen, die zum Ueberziehen von Karten und dergl. dienensollen. Der aus dem natürlichen Harz gewonnene Dammarlack trocknet schwer und er-weicht in der Wärme, er eignet sich daher nicht zum Lackiren von Gebrauchsgegen-ständen, die oft mit der Körperwärme in Berührung kommen, also nicht für Papierschilderan Standgefässen (vergl. unter Vernix Dammar) und auch nicht für Anstriche, auf die mansich später setzen soll.
Alabaster- oder Marmor-Imitation. Man überzieht den betreffenden Gegenstandmit farblosem' Dammarlack und bestreut mit Glasmehl, nach einem zweiten Lacküberzugemit feingepulvertem Marienglase.
Bronce- Tinktur. 1) nach Stockmeier . 250 g feingeriebenes Dammarharz löstman in 1 1 Benzin oder Petroleumäther in einer geräumigen Flasche, setzt 250 g Natron-lauge (10 proc.) lrinzu, schüttelt 10 Minuten, hebert die Harzlösung ab, prüft mit Lack-muspapier, entsäuert nöthigenfalls nochmals mit 250 g Lauge und stellt zum Klären beiSeite. Die säurefreie Dammarlösung ist in möglichst gefüllten, gut verschlossenen Flaschenaufzubewahren. Sie giebt mit 300—500 g Bronce eine nicht grün werdende flüssigeBronce. — 2) (Buchh.). 200 g Dammarharzpulvcr schmilzt man längere Zeit mit 60 gcalcinirter Soda, pulvert nach dem Erkalten, löst in 800 g Benzin und klärt durch Ab-setzenlassen. — 3) Dammarlack, Terpentinöl jo 45,0, Siecativ 10,0.
Perrücken-Klebwachs. Je 200,0 Dammar, gereinigtes Fichtenharz, Lärchen-terpentin, 400,0 gelbes Wachs schmilzt man und fügt 0,5 Alkannin, jo 10 Tropfen Berga-mottöl und Citronenöl und 5 Tropfen Geraniumöl hinzu ( Dieterich).
Retouchirlack für Photograplien. 1,0 Dammar, 5,0 helles Kolophonium löstman in 30,0 Terpentinöl. Trocknet langsam.
Schilderlack, Ckacaü's , Weisser: 150 Zinkoxyd reibt man mit q. s. Terpentinölan, fügt 90 Dammarlack (l-j-2), 20 heisses Leinöl, 20 Kopaivabalsam, 5 Ricinusöl, 3 feingepulverten Bleizucker hinzu. Recht dünn und 2—3mal aufzutragen. Der Lack wirdweder gelb noch spröde. Schwarze Schrift malt man darauf mittels Kienruss, Kolo-phonium ää, Alkohol q. s., oder mittels Steinkohlentheer, den man mit q. s. Chloroformverdünnt; rothe Schrift mittels Zinnober, Kolophonium ää, Alkohol q. s. Schwarzer:5 Kienruss, 15 Dammarlack (1 -4- 2), 10 heisses Leinöl, 10 Kopaivabalsam, 2 Ricinusöl,3—4 Bleizucker.
Vernix l)ammar. Dammarlack. Einen nicht klebenden Lack erzielt man nurmit einem sorgfältig entwässerten Dammarharz. Entweder pulvert man dasselbe undtrocknet es scharf aus; oder man schmilzt 40 Th. desselben vorsichtig über freiem Feuer,so dass keine Bräunung eintritt, zerstösst nach dem Erkalten und löst in soviel Terpen-tinöl, dass man 100 Th. Lack erhält. Oder man pulvert das Harz, verrührt es mit q. s.Terpentinöl zum dicken Brei, erhitzt bis zum Schmolzen und weiter so lange, bis dasSchäumen aufhört, und setzt q. s. erwärmtes Terpentinöl (auf 1 Th. Harz 1—2 Th. Oel) zu.Diese Arbeit wird wegen ihrer Feuergefährlichkeit im Freien vorgenommen. Endlich lässtsich der Lack auch schnell und gefahrlos im Verdrängungswege herstellen. — Dammar-lack nach Held , für Blech- und Holzarbeiten, ist der vorige mit etwa 2,5 Proc. venetia-nischem Terpentin.