Vorrede.
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Bei den chemischen Bearbeitungen wurde für jede Substanz zunächsteine sorgfältige Aufzählung ihrer Synonyma gegeben. Bei den im Gross-betrieb hergestellten Präparaten wurde von Darstellungsvorschriftenim allgemeinen abgesehen. Dagegen wurden für diejenigen Präparate,welche voraussichtlich oder möglicherweise einmal im pharmaceutischenLaboratorium dargestellt werden könnten, um so genauere Vorschriftengegeben, die, wo es nöthig erschien, durch praktische Versuche er-probt worden sind. Es ist hierbei grundsätzlich von allen allgemeinenAngaben abgesehen, vielmehr jede Vorschrift thunlichst in festen Gewichts-oder Maassverhältnissen angegeben worden; auch wurde versucht, die Be-schreibung der Darstellungsverfahren in möglichst anschaulicher Formzu geben. — Der Litteratur-Kundige wird unschwer zu beurtheilenvermögen, wo aus eigener Erfahrung geschildert, wo lediglich referirtworden ist.
Präparate, welche in mehreren Handelssorten vorkommen, sind sogenau beschrieben worden, dass es nicht schwer sein kann, die einzelnenSorten in den Preisverzeichnissen wiederzufinden.
Die Abschnitte: Eigenschaften, Prüfung, Aufbewahrung, An-wendung enthalten alles für die Praxis Wissenswerthe in möglichst knapperund unzweideutiger Form. Unter Anwendung ist nicht nur die thera-peutische, sondern auch diejenige in den Gewerben und im Haushalt be-handelt worden.
Die auf die analytischen Arbeiten sich beziehenden Kapitel sindso bearbeitet worden, dass in jedem Falle nur durch eigene Erfahrungbewährte Methoden aufgeführt wurden. Es war nicht beabsichtigt, etwaeine Sammlung aller bekannten Methoden zu geben, es wurde vielmehrbesonderer Werth darauf gelegt, dass die mitgetheilten Methoden auf ihreZuverlässigkeit durch eigene Erfahrung geprüft und mit einfachen Hilfs-mitteln ausführbar sind.
Bei der Bearbeitung der Drogen wurde gesucht, die Beschreibungenmöglichst kurz und präcis zu geben, so dass meist nur das wirklich Cha-rakteristische aufgeführt wurde, das zur Erkennung der Droge nothwendigist. Ganz besonders sollen diejenigen Elemente hervorgehoben werden, diebei Erkennung der Drogen auch im fein zerkleinerten Zustande am wich-tigsten sind. Wo es irgend nothwendig erschien, wurde das Verständnissdurch Abbildungen zu unterstützen gesucht. Die Angaben über „Bestand-teile" geben, so wenig Platz ihnen auch meist eingeräumt werden konnte,hoffentlich doch eine Vorstellung von den neuen und bedeutenden Ergeb-nissen der Forschung auf diesem Gebiete. Besondere Sorgfalt wurde denGehaltsbestimmungen der Drogen zugewendet und fast nur selbst erprobteMethoden aufgenommen; die an zahlreichen Stellen mitgetheilten Grenz-zahlen durften nicht fehlen, können aber hier und da nur bedingten Werthbeanspruchen, da die Untersuchungen, aus denen sie abgeleitet wurden, nochzu wenig zahlreich sind. Denjenigen Drogen, die auch technisch, als Ge-nussmittel u. s. w. verwendet werden, musste eine eingehendere, über daspharmaceutische Interesse hinausgehende Bearbeitung zu Theil werden, dader Apotheker erfahrungsgemäss oft genöthigt ist, ihnen auch nach andernals den rein pharmaceutischen Richtungen seine Aufmerksamkeit zuzuwenden.