VI
Vorrede.
buch mit dem ersten Unterzeichneten auch wegen einer gemeinsamen Neu-bearbeitung des Handbuches der pharmaceutischen Praxis in nähere Be-ziehungen. — Leider war es ihm nicht mehr vergönnt, das Erscheinen derneuen Bearbeitung zu erleben.
Das Dahinscheiden Hager's führte nochmals einen Aufschub desUnternehmens herbei.
Da indessen alle Betheiligten in dem Wunsche sich begegneten, das schonziemlich vorgeschrittene Unternehmen zur definitiven Ausführung zu bringen,so wurde es möglich, die entgegenstehenden Schwierigkeiten so weit zuüberwinden, dass Ende December 1898 mit der Drucklegung begonnen,und die erste Lieferung der neuen Bearbeitung im Januar 1899 aus-gegeben werden konnte, umsomehr als es gelungen war, die Zusage be-bewährter Fachgenossen für die gemeinsame Arbeit zu erhalten.
Nach dem Ableben Hager's hatten sich die unterzeichneten Heraus-geber dahin verständigt, dass unbeschadet des gemeinsamen Zusammen-wirkens die verantwortliche Redaktion des pharmaceutisch-chemischen undgaleniscli-technischen Theiles von Dr. B. Fischer , diejenige des pharmako-gnostisch-botanischen Theiles aber von Prof. Dr. C. Hartwich übernommenwerden solle.
Das Ziel, dessen Erreichung sie sich gesteckt hatten, war in Kürzefolgendes:
Vor allem sollte dem Werke sein ursprünglicher Charakter gewahrtbleiben: Ein praktisches Nachschlagewerk der Pharmacie zu sein,in welchem die Apotheker und Angehörige verwandter Berufsarten aufmöglichst viele Fragen sich Raths erholen könnten. War damit auch grund-sätzlich eine lediglich theoretische Bearbeitung des Stoffes ausgeschlossen,so erschien es doch unabweislich, das praktische Material im streng wissen-schaftlichen System zu behandeln und rein wissenschaftliche, ja unter Um-ständen sogar theoretische Erörterungen da einzuflechten, wo sie demVerständniss für die Praxis förderlich zu sein versprachen. — Für die Be-arbeitung des Textes war als Grundsatz aufgestellt worden, das gesammteMaterial in möglichst einfacher, prunkloser Weise darzustellen, einmaldamit das Werk nicht zu sehr anschwelle, dann aber auch, damit die Dar-stellung möglichst verständlich werde.
Es wurde ferner in Aussicht genommen, die Betrachtungen nicht aufdas Arzneibuch für das Deutsche Reich zu beschränken, sondern aus-serdem noch das Ergänzungsbuch des Deutschen Apotheker-Ver-eins, ferner die lokalen deutschen Vorschriftensammlungen und von frem-den Pharmakopoen die Austriaca, Britannica, Gallica, Helvetica undUnited - States-Pharmacopoiea zu berücksichtigen. — Man mag überdie Zulänglichkeit der Pharmakopoen denken wie man will, so steht dochfest, dass in denselben eine ungeheure Menge Detail-Material niedergelegtist, welches dem, der zu lesen versteht, reiche Anregung gewährt. Da-von abgesehen, wurde natürlich die gesammte Litteratur des In- und Aus-landes, soweit sie Beziehungen zur Pharmacie hat, in Berücksichtigunggezogen.
In ihren Einzelheiten gestaltete sich die Bearbeitung etwa in folgen-der Weise: