Druckschrift 
7 (1931) Gesamtregister
Entstehung
Seite
130
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Erklärung botanischer Kunstausdrücke.

Windepflanzen (Lianen) krautartige Pflanzen (VII Fig. 1114) und Holzgewächse bezw. Holzlianen (VIIFig. 1170); die sich aufrechtbewegenden Achsen wachsen durch rotierende Nutation schraubenartig umdünne Stützen empor. Reizbarkeit fehlt im Gegensatz zu den Rankenpflanzen (I/CXXV; III 512).Windfrüchtler siehe Anemochorie (I/CLIII; II 186).

windgescherte Bäume (Fahnenwuchs) heftig den Winden ausgesetzte Bäume sterben zufolge von Ver-trocknung an der Luvseite ab, während die auf der Leeseite befindlichen Teile am Leben bleiben. Da-durch kommen (besonders an Küsten und auf Berggipfeln) einseitig entwickelte Baumformen zustande(VII 52, Fig. 1084).

Windpolster (Winderosionspolster) sind inder Richtung des Windes angefressen, vonder Seite, von vorn oder in der Mitte, jenach der Lage, dem orographischen Schutzdes Polsters und dem Einfall des Windes,windstiller Raum bei Blättern siehe Roll-blatt (I/CIII).windstiller Raum bei Blüten hat bei Kessel-fallenblumen (Araceen) für kleine Fliegeneine gewisse Anziehungskraft,winter-annuell Keimung erfolgt im Herbst,

Weiterentwicklung im kommenden Frühjahr.

Winterblätter II 139.

Wintergrün (immergrün) I 76.

Winterknospen (Hibernakel, Turionen)

I/LXVI; V/3 1867; VI/i 164; VII Fig. 11 59.

Winterknospen, unechte III 450.

Winterruhe starke Einschränkung derLebensäusserungen während des winter-lichen Klimas (besonders infolge derTrockenheit) : Laubfall, Knospenschutz usw.

Winterständer V/4 2262.

Wintersteher V/4 2262.

Winterxerophyten werfen im Winter dieBlätter ab und besitzen meist durch Korkgeschützte Zweige.

Wirrzöpfe III 16.

Wirtel = Quirl (I/LXXII).wirtsholde Schmarotzer bevorzugen gewisse

Nährpflanzen (VI/i 149, 154).wirtsstete Schmarotzer sind auf ganz be-stimmte Nährpflanzen angewiesen (VI/ 1 139,

147, 152, 154)-wirtsvage (pleioxene, pleiovage, plurivore)

Schmarotzer heissen solche, welche aufverschiedenen Nährpflanzenleben (VI/ 134).

Woll-(Filz-)haare sind verhältnismässig lange ...... , .

. , , j. . Fig. 1170. Aristolochiamacrophylla Lam. (= A. Sipho L H6rit.),

Epidermisgebilde, die einen dichten, grauen Pfeifenstrauch, Pfeifenwinde (111,162). a Windender Strauch (Holzliane")oder weissen Filz bilden (VI/i 452 Fig. 228; mit Blüten, b, c Fruchtkapsel, d bis g Samen.

VII Fig. 1106).

Wollkletten (Verschleppungskletten) Klettfrüchte (bezw. -samen), die an der Wolle oder am Federkleide

von Tieren haften bleiben und dadurch verschleppt werden (IV/3 1272; VII Fig. 1141).

Wollspinne siehe Harpagophyton (VI/ 1 176).

Wucherungen I/XC.

Wuchs-Abänderungen (Wuchsformen) es werden unterschieden: 1. spontane erbliche Abänderungen,die vereinzelt unter der Normalform ohne nachweisbare äussere Ursache auftreten (ltisus) und2. induzierte, nichterbliche, individuelle Abänderungen (förmae), die durch äussere Einflüsse bedingtwerden, so auf mechanischem Wege durch Verbiss (VII Fig. 1163), Schneiteln, Verlust des Gipfeltriebes(VII Fig. 1171), durch wiederholtes Erfrieren, Schneebruch, durch Ernährungs- und Bodeneinflüsse(I 88, 100, 106; VII Fig. 1171). Siehe auch Lebensform.

Wuchsenzyme hypothetische Stoffe (angeblich enzymatischer Natur), welche die Blüten- und Gallen-bildungen beeinflussen sollen.

Wuchsform siehe Lebens- und Vegetationsform (IV/2 569).

Würm-Eiszeit- vierte (letzte) Eiszeit. (Siehe Geologische Formationen.)

Wundholz- Holz, das durch Ueberwallung von Verletzungen aus einem neugebildeten Kambium entsteht.Es ist reich an isodiametrischen Zellen, aber arm an faserförmigen Zellen.