Erklärung botanischer Kunstausdrücke.
31
Fig. 1053. Abnorme, hemicyklischeBlüte der Garten-Fuchsie. Kelch-blätter z. T. verlaubt, z. T. petaloid,Petala z. T. mit Antheren versehen.
Anlockungsmittel der Blumen — stehen im Dienste der Fremdbestäubung (Farbe, Duft, Pollen, Honig,Futterhaare usw.).
annuelle (einjährige) Pflanzen — I/LXVII1.
ännulus (lat.) — Ring der Sporangien bei Farnpflanzen (I 5).
Anomalien der Blüte — III 507; VII Fig. 1053 (siehe Bildungsabwei-chungen, Verlaubung, Durchwachsung, Calycanthemie, Petalomanie, Sy-nanthie usw.).
Anoxybiose — Leben ohne freien Sauerstoff.
Anpassungsmerkmale — lassen sich als erbliche, direkte Anpassungen an dieAussenwelt (lokale Verhältnisse) erkennen.
Ansiedler — absichtliche Einbürgerung fremder Pflanzen durch Aussaat, An-pflanzung (Fig. 1054) usw.; siehe Epoekophyten.
Antennen — VI/i 163.
anteponiert — die Blätter des inneren Kreises einer Blüte stehen vor jenen desäusseren.
anth^la — — Spirre (I/CXL; II 144).
anthera basifixa, erecta, dorsiffxa, versätilis — I /CXXII1.
Anthere (Staubbeutel, Staubkolben) — I/CXXII.
Antherenhälfte (th6ca) — I/CXXIII.
Antheridien — I 2.
Antherophyllie — Umbildung von Staubblättern in Blattspreiten.
Anthese — heisst die Entwicklung der Blütenorgane vom Ende des Knospen-zustandes (Aufblühen) bis zum Eintritt des Verblühens.
Anthesmolyse — zentrale oder seitliche Durchwachsung von Blütenständen(besonders bei Dipsacaceen und Compositae).
Anthocyanblüte — siehe Mohrenblüte.
Anthocyane— Pflanzenfarbstoffe, sind im Zellsaftgelöst oder treten in Kristallform auf; seltensind sie an besonders geformte Inhaltskörper(Anthocyanophore) gebunden. Sie haben denCharakter von Glykosiden, sind stickstoffreiund als Oxoniumsalze basischer Natur (IV /277°, 979; IV /3 1728; V/i 484, 590; V /2 Q79,
1548; VI /2 964).
Anthodialschuppen — VI/l 435.
Anthokarp — siehe Nyctaginaceae (III 266).
Antholyse — Auflösung der Blüte (bei Vergrünung).
Anthracophilie — Pflanzen zeigen eine Vorliebefür Brandkultur (IV /3 1699).
Anthropochoren — durch den Menschen bewusstoder unbewusst eingeführte Pflanzen (VIIFig. 1054, 1154, 1165).
anthropogene Faktoren (Kulturfaktoren) — heissensolche künstliche Einwirkungen, die durch denMenschen und die von ihm gehaltenen Haus-tiere herbeigeführt werden (Beweiden, Mähen,
Düngen, Lauben, Brandkultur, Roden, Kahl-schlag, Viehwirtschaft, Kunstrasen, Halbkul-turen, Drainage, Trockenlegen von Mooren,
Sümpfen usw.).
anthura — V/4 2259.
Antiapophiten — Pflanzen, die nicht oder dochselten in natürliche Gesellschaften übergehen(V /2 1064).
Antienzyme (Antifermente) — sind Antikatalysa-toren von Enzymcharakter, welche auf be-stimmte Enzyme eine spezifische hemmendeWirkung ausüben.
Antigene — heissen Stoffe, auf deren Injektion der Organismus mit der Bildung von Antikörpern (Anti-toxine, Agglutinine, Praezipitine usw.) antwortet.
antikline Wandrichtung — die Krümmung der Zellwände ist derjenigen der Oberfläche des Organes sowieden periklinen Krümmungen (siehe dort) entgegengesetzt.
Fig. 1054. Saxifraga Cymbalaria L. (IV/2, 575), bei Oberhof imThüringer Wald ca. 800 m angepflanzt, als Beispiel einer Anthro-pochoren. Phot. Curt Martin, Dresden.