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Wer von kleinen Gaben reden hört, denkt gewöhnlich sofortan Homöopathie; mein Heilverfahren ist aber kein homöopathisches,denn es gründet sich nicht auf das Aehnlichkeitsprinzip, sondernauf die physiologisch-chemischen Vorgänge, welche im menschlichenOrganisinns sich vollziehen. Durch mein Heilverfahren werdenStörungen, welche in der Bewegung der Moleküle der unorganischenStoffe des menschlichen Organismus entstanden sind, mittels homo-gener Stoffe direkt ausgeglichen, während die Homöopathie ihreHeilzwecke mittels heterogener Stoffe indirekt erreicht.
Gegner haben behauptet, daß diejenigen von meinen Mitteln,welche vor Begründung der Biochemie bereits ärztlicherseits inAnwendung gebracht worden, z. B. Kiliosa, Calciumphosphat ze.,nicht biochemische Mittel seien. — Mit gleichem Rechte oder viel-mehr Unrechte könnte auch behauptet werden, daß alle vorHahne-mann gebrauchten Arzneien ausschließlich der Allopathie angehören.Die Sache verhält sich aber so:
Der Grundsatz, nach welchem ein Mittel gewählt wird, drücktdiesem sein Gepräge aus. — Ein nach dem Aehnlichkeitsprinzipgewähltes Mittel ist ein homöopathisches, ein Mittel aber, welchesden Mineralstoffen des Organismus homogen ist, und dessen An-wendung sich aus die physiologische Chemie gründet, ist ein bio-chemisches. — Ein Homöopath, welcher Liliosa anwendet, verfährtunbewußt biochemisch. Die Liliosa, kann in gesunden Personenkeine Symptome erzengen, ans deren Grnnd sie nach dem Aehn-lichkeitsprinzip gegen Krankheiten angewandt werden könnte. DieHomöopathen wählen sie auf Grund empirisch gewonnener Heil-symptome. So Verfahren sie auch bezüglich der anderen Zellen-salze, die sie vor Begründung der Biochemie angewandt haben.
Oldenburg, im März 1898.
vn. mkli. Schüller.