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Deutsches homöopathisches Arzneibuch : Aufzählung und Beschreibung der homöopathischen Arzneimittel nebst Vorschrift für ihre Bereitung, Prüfung und Wertbestimmung
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593
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Die Tinktur besitzt hell grünlichbraune Farbe, kräftigen, aroma-tischen Tabakgeruch und brennenden Geschmack.

Valeriana.

Bei Valeriana versuchte ich ebenfalls eine Wertbestimmung derTinkturen und suchte die vorhandene Menge des ätherischen Oeles,welches wohl vor allem die Wirkung des Baldrians und seiner Präpa-rate bedingt, zu Gründe zu legen. Leider ist hierfür die schon obengenannte Neumann-Wender und Gregor'sehe Methode ebenfalls nichtanwendbar, da ein grosser Teil des ätherischen Baldrianöles sowohl inWasser wie in verdünntem Alkohol leicht löslich ist und sich dahermit Petroläther nicht aus diesen Flüssigkeiten ausschütteln lässt, wieeinige in dieser Richtung angestellte Versuche lehrten.

Ich gründete daher die Bestimmung des ätherischen Oeles auf dieBestimmung der in den Tinkturen frei und gebunden vorkommendenflüchtigen Fettsäuren, da ja ein grosser und ziemlich konstanter Anteildes ätherischen Baldrianöles aus Baldriansäure-Estern und freier Baldrian-säure besteht 1 ).

Ich machte zu diesem Zweck vorerst mit reiner Baldriansäurefolgenden Vorversuch. Ca. 0,5 grm Baldriansäure wurden in 500 cm 3Wasser gelöst. 100 cm' ! dieser Lösung, welche beim Titrieren unterZusatz von Phenolphtale'in als Indikator 9,45 cm 3 n /io Kalilauge ver-brauchten und also 0,0961 grm Baldriansäure enthielten, wurden mit1 cm 3 33^iger Sodalösung und 20 cm 3 offizineller Phosphorsäure ver-setzt und von dieser Mischung 110 cm 3 unter guter Kühlung abdestil-liert. Das Destillat verbrauchte 9,5 cm 3 n / 10 Kalilauge zur Sättigung,eine Differenz, welche wohl innerhalb der zulässigen Fehlergrenzenliegt.

Bei einem zweiten, in derselben Weise ausgeführten Versuch wurdedas Destillat in drei Portionen aufgefangen. Die einzelnen Destillatebetrugen:

i) Gildemeister und Iloffmann, Die ätherischen Oele, pag. 8ß6.

Pharmakopoe. 38