— 72 —
Asarum.
Haselwurz,
Stammpflanze: Asarum europaeum. L. Fam. nat.: Aristolochiaceae.
Vorkommen: Asarum europaeum wächst in schattigen WäldernEuropas wild.
Angewandter Pflanzenteil und Bereitung der Arzneiform: Der vor-sichtig getrocknete Wurzelstock wird nach Vorschrift des § 4 unterVerwendung vonßO^igem Alkohol zur Herstellung einer Tinktur benutzt.
Beschreibung des angewandten Pflanzenteils: Der Wurzelstock istkriechend, fadenförmig, trägt nach unten diinne Wurzeln, nach oben zuje zwei gegenübergestellte, gestielte, breitnierenförmige, dunkelgrüneBlätter und zwischen den Blättern kurzgestielte, aussen grünlichbraune,innen rotbraune, dreizipfelige, glockenförmige Blüten. Das Pulver desRhizoms wie auch der ganzen Pflanze riecht kampferartig und wirktniesenerregend.
Charakteristik der Tinktur: Die Tinktur zeigt bei 17,5° ein spez.Gew. von 0,928 bis 0,932. 10 Gramm Tinktur hinterlassen nach demEindampfen und Trocknen 0,30 bis 0,38 Gramm Rückstand. Wird dieserRückstand auf geeignete Weise (§13) mit Petroläther extrahiert, sohinterbleiben nach dem Abdunsten des Petroläthers und vorsichtigenTrocknen 0,03 bis 0,05 Gramm Fett, dem ein gewisser Anteil einesbei höherer Temperatur in glänzenden Nüdelchen sublimierendenKörpers beigemischt ist. Der Petrolätherauszug zeigt nach dem Ab-dunsten den charakteristischen Geruch des Asarons. Die Tinktur istvon braungrüner Farbe und kampferartigem, an Patchouly erinnern-den Geruch.
Der Arzneigehalt der Tinktur ist gleich Vio-
Die Potenzen werden bis zur dritten Decimalverdünnung mit60^igem, von der vierten an mit 90^igern Alkohol bereitet. Dieniederen Potenzen sind bis einschliesslich der zweiten Decimalver-dünnung in 1 cm dicker Schicht grünlich bis gelblich gefärbt.
Litteratur: Hahnemann, E. A. M. L. (2. Aufl.) III, pag. 225. — Allen, I,pag. 582.