172 Des klugen und Rechts-Verständigen Haus-Vatters
tet; worauf man den Teig aus der Büchsen klopffet /das sei thun / solches «was saltzen und mit der warmen MilchBraune davon thut / eines Fingers dicke Schnuren ^ samtdenKräuternwohlabrühren/hernachetlicheEver
schneidet /etliche Schnitten noch darein thut/unvausven daran schlagen/und also den Teig etwas dicker als einen
Scdmaltz «ein langsam backet / seidige auch m ver Pfan. Strauben-Teig anmachen / solchen alsdann Lo'ffel.weiß
nen wohl rüttelt/daß sie sich schön reissen. So kan man in heisses Schmaltz thun/und also heraus dachen,
auch diese» Teig in einem schart / welcher ebenfalls mit §. 8.
Schmaltz geschmirt worden/thun/ und solchen meinem Unter den Kräuter-Küchlein sind auchgutdiejeni-
Oeffelein erharten lassen / hernach aber gleichfalls das ge zu essen/so man von Salbe») machet/welches folgender
Braune davon schrmven/ und also/wie schon gemeldt/ massen beschiehet: Nemlick/man thut schönes Mehl in
damit versahren. Ingleicken kan man auch von vielem 'eine Scküssel/lWt solches erwärmen/machet kiernachei»
Teig allerhand Küchlein formiren / wann man nemUch ne Milch und etwas Schmaltz heiß/bereitet den Teig da,
schönes Mehl nimmt/ solches saltzet/und mir lauter Eyern ^ etliche Eyer in ein warm Wasser / und
anmachet /daß es ein Teig wird/ welchen man mit einem thu» von denseidigen Eyern dLn halben Tbck dosWeise
Walcker-Holtz /waicken kan; worauf man denTeiaal- vavondaran/ hält darauf den Teig warm i daßer nicht
lerhand Form geden/und denfelbigen entweder gekriimr/ dick wird/ziehetalsdann die Salbey-Blätter, nachdem
wie eines Hirschhorns Form/auchZacken daranmachen/ sie zuvor sauber gewaschen und auf einen Tuch wieder ge-
und solche aus demScdmaltz dachen kan. Oder man kan trocknet find durcivund bächet solche aus dem Echmalk;
auä) Zucker und Rosenwasser dazu nehmen/ und mit ei» Undausdiesem ^eig lassen sich auch /nach Belieben/noch
nem Mandelkern -Model/oder auch sonlien/cinen andern andere mancherley Kuchen-Kräuter dachen.
Aorm ausdrucken/und solche aus dem Schmaltz dachen; §. 9.
Zu merckenaber ist/wann man diese Mandelkern will Wie man aber allerhand Baum-Früchte backen
glantzigt haben / daß man dieselbige etwas dachen müsse / könne / ist aus Nachfolgen oen zuersehen: Ziemlich / man
dis sie etwas erharten/aber nicht braun werden. Wo» nimmt schönes Mehl / schlagt ein Ey daran / giesi auch
aus man sie mit Rosenwasser anfeuchten/und :n grödlicht Wein/ oder zuweilen auch nur weises Bier/ dazu/ daß es
zerstvssenen Zucker schwingen / hernach aber nochmals ge- wie ein Sträuben. Leig wird/schneidet alsdann dieAepf.
schwind aus dem Schmaltz dachen kan; Und von diesem fel oder Birn in Stücke / ziehet sie durch den Teig und
Teigwe ^cher mit Mehl und Eyern angemacht worden/ dachet sie aus dem Schmaltz heraus. Die Weichsel aber
wiewohl etliche auch einen Löffel Brandwein dazu neh- werden sauber gewaschen / und entweder cinzelen weiß /
men/daß er mürb werden solle/wird ein Platz gewälchert/ oder auch in Büschelein zusammen gebunden / aus dem
und mit einen Rädlein/aber nichtdurchaus/geschnitten/ Teig gezogen/und gebacken. Dergleichen können auch
damit der Platz beysammen bleibt/ hernach wird eran die Weintrauben durchgezogen/ und ausdemEck maitz
Steckelein gefait/mit denselbigen zierlich in die Pfannen gedachen werben; Man muß aber solche Trauben aus,u«
wir Schmaltz gekrümmet/und herausgebachen/ und die- cken/ daran die Beer fein lucker, und nicht gar zu d-ck b?y,
sespflegtman Schneebällen zu nennen. sammenslehen. Beyden Zwetschgen aber/ werden vor«
§. 6» hero die Kern heraus gethan ; So kan man auch die
Wiedie Kas'Küchlein bereitet werden / istaus dürren ^wclschgm cbensalls aus diesem Teig backen/je-
nacksoiqmden zuverstehen : Nemlich man nimmt vier doch müssen sievorhero wohl abgewalckeN und übersotten
Loih guten geriebenen Käs / nebst ein halb SeiUein werden. Mandel / wie auch Rosin und Feigen / können
Mehl/rühret es mit etwan neun Eyern zu einen linden auch durch diesen Teig gezogen werden / wann man nur
Teig an/machet alsdann einen höltzernTeller etwas Fett/ vorhero die Mandel abziehet/und nebst denausgekörel-
und sormiret den Teig/nack Belieben/entweder länglicht ten Rosinen eins ums andere a» einen Faden / oder dün-
oder rund / sireichet solches hernack in heiß Schmaltz/ nenDratansast/damandann also / !v man will/ Fergen
schwinget es auch wohl in der Pfannen / und dachet es so» darein mengen/nnd selbige also langlicht wie Würsilein/
dann heraus. Oder / man nimmtauch guten geriebenen oder rund wie Kräntzlein/aus dem Schmaltz dachen kan.
Parmasan-Kas/nebst schönen Mehl/ und zwareins lo WoraufmansobaldsieausderPfannengenommen/Ven
vieialsdasander/machetsolches mit einen ?vffel Milch- Drat oder Faden heraus ziehen muß/ daran sie gehan-
Räm/und etlichenEyern zu einemTeig(doch daß er nicht get gewesen/doch mit einen Vortheil, daß sie nichtzerfal-
gar zu fest werde) an / formiret alsdann denselbigen auf len. Übrigens kan man auch Aepffel in dünne Schnitten
einen T> lier/ oder mit der Hand zu Kugeln oder Stütze- zerschneiden/selbige samt Mandeln / Rosinen und Wein -
lein (dochdaßderDeller/oderdieHandebensallssettge- becrlein in den Teig werffen/darinnen wohl umrühren/
mackt worden) und bächet sie alsdann aus demSchmaltz aledannLössel-weiß heraus heben/und in einer Pfannen
heraus- So kan man auch geriebenen Parmafan-Käs zu Plätzen dachen,
nehmen/und Eyer daran schlagen/biß er sich streichen läst/ §. 10.
solchen hernack auf Schnitten Eyer-Brod streichen/und Will man aber füsse Küchlein backen/ so können
also aus dem Schmaltz dachen. Mandel abgezogen / und mit Rvsenwasser oder iüssen
. §» 7- . Wein abgestossen/hernachZimmet/Muscatendlüh/Car-
Übrigens lassen sich auchvon allerhand guten Krau« domomen und Zucker darunter gemcnget / auch kleinge-
ternKücklein dachen: wann mannemlich allerhandgute schnittener Citronat/ und klar-durchgesiebtesSemmel-
Krauter/ welche man Mayen-Kraut lunennen pfleget/ Mehl/nach Belieben/darunter gemljcket/und solches al-
Hacket/Eyer daran schlaget und Semmel-Mehl darunter les mit etlichen Weifen von Eyern / und noch mehr süssen
menger / und mit gutem Gewürtz würtzit und etwas sal- Wein angemachet werden / daß es die Füll zusammen
tzet/auch Weinbeer/ausgeköreite Rosinen/n^brweniger kält/woraufmanaufSchnittsn^yer-oder anders weiß-
geschnittene Mandel/darunter menget/ alles wohl unter- Brod diese Fül/streichet/und selbige wieder durch ein zer«
einander rübret Löffelweiß »n beiß S6>maltz leget/und es klopffles Lp gezogen / aus dem Schmaltz bächet. Und
alsoberaus bächet. Oder/man kan auch Milch siedend über diese Küchlein / kan man auch eine süsse Brüh von
machen in solcher gebackte Kräuter gleichfalls einen Sud Wein/Zimmet und Zucker/wie auch Rosinen und Wein-
mit aufthun lassen/alevann ichones Mehl meine Schul- beerlem zachen; Oderman kan sie trocken mit gefchmt-
lenea