Druckschrift 
Francisci Philippi Florini ... Oeconomus prudens et legalis oder allgemeiner, klug- und rechts-verständiger Haus-Vatter : bestehend in 9 Büchern
Entstehung
Seite
173
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Neuntes Buch,

tenen Mandeln und Citronat besteckt / zu Tisch tragen.So könn en auch schöneadgezogene und in wohlgezucker-ten Rosenwassergesckwungene Mandel/ also aus demE chmaltz oder aus Oel gebachen/ hernach wann sie ausder Pfannen und noch warm sind / entweder ein Krantz /oder/nach Belieben/etwas anders daraus gemachet/undlvann sie etwas erharttt/zu Tisch gelragen werden.

s. il.

Wie man aber allerhand gefüllte Kücklein machenkönne/wird das Nachfolgende berichten Nemlich,- mankan einen Teig wie zum Hessen-KüchleiN / oder auch mitEyern / schönen Mehl undZucker/ auch Rosenwassevan»machen / und denselbigen wobl auswürcken; MvraufMan einen Platz/wie die Horn? veS Küchleins beliebt/wirdwalcherweine beliebige Füll von gedünsten Aepffeln / mit

175

Rosinen und Mandeln/ oder auch nur von Semmelmehl/guten Gewürtz und Cvern anmachen/und selbiueal'oaufden Teigstreichen/alsdann aber wieder einen Teig dar-über sckiagen/solchen sein geheb vermachen unv alwousdem Schmaltz dachen; und zu diesen können auch dieOblat'Küchlem gerechnet werden/welche man also berei-tet: Nemlich / man weichet Quitten-Lottweraen überNacht im Wein/daß es sich wohl zerrühren last/ fo,lrnrethernach die Oblat/nach Belieben / sireicj-t die Lattwer-gen/weiche nichtzu naß seyn muß/ daraus/ legtalsdannwieder Oblat darüber/ duncket es neben her in einge-klopfftesWeißvomEy damit sie nicht voneinander sah,ren / und bachet es alsdünn sein geschwind aus demSchmaitz heraus / man muß aber mit einem Löffel woblaufgießen/ so werden sie wie die Heffen-Küchlem auff-lauffen.

Das xxxii. Kapitel.Von allerhand Quittmwelck.

Innhalt.

K. !. Wie Quitten-Latwergen zumachen. §- 2. Wie der Quitten-Käß zu bereiten. §. z.. Wie die Quitten-Alten zuzurichtenund denselbigen allerhandFarben zu geben. s 4 Wie die Ge-nueser oder gewü^tztc Quitten-Zelten zu machen. F. s Wiedie Quitten in Zucker einzumachen. S. 6. Wie die ausgeiauf-feue Quittcn-Zelten zu machen.

l.

j Ndem aber auch von denen Huitten unter-schieoliche^achen bereitet werden/so wol-len wir davvn m diesem C apitel etwas we-nices anmercken/und zwar erstlich von betakwergen/welche man folgender Testatsten bereitet: Nenilich/man nimmet schonewürbe Quiiten/fchahler und so neidet sie in dine Schnitt-lem /dochdergesialten/daß die Kern und das Steinich-te nichtdazu kommt / tkutsie sodann in ein Messing Kesse-lein/ menget ausgeprestenOuitten-Safft und no» sovielZucker/als die geschnitter.er.Huitlt N wäge,dazu/lasset sol-ches alles wol sieden biß es sieb abrühre läst/ihur alsdann/so man will/klein - geschnittene Citronen unv Citronat-Schaalen/nebstZimmet/ Muscatenblüh und Cartoms-wen (doch daß es zuvor alles gtöb! ich zerstossen oder zer-schnitten werve, dazu/last es noct' einen Sud auftbUn/Liesset es in) cbreln / und hebt sie zum Gebrauchauf. Äufeine c ndt re Art aber kan Man solche Latwer-gen folgender müssen machen: Nemlich/manschäleiweQuitten sauber ab/und reibet sie an einemReibeisen docddaß das Steinigte' nicht mitgenommen wird / nimmtdarausvon diesem / zu einem Pfund geriebenen -Humen/anderthalb oder auch zwey Pfund Zucker/giest ein MaaßOuitten Sasst, oder/in Ermanglung dessen / auch Wcindaran / iast de? Zucker darinnen einen Sud auftdun/schüttet alsdanndas Marck dazu/und last es verdeckt nochferner auf der Kohlen sieden / biß es etwas dicklicht wird /man kan auch Gewürz unv Cirronen-Schaalen darumtermengen/ «nd solches also noch einen Sudaufkochenlassen/endlich aber gleichfalls in die Schachteln füllen.

tz.

Nechsidiesen kan man auch von Quitten einen gu-ten Käs folgender Gestalt bereiten Nemlicb/man nim-mst schone grosse Qu'tt n / w,f5t sie fauler mit einemTuch ab/und siicbt vie Guken heraus alsdann thut mansin!.lnen Hafen / giest siedend Wass r daran / und läsi siettwas welch siedtn/iiehtt die Haut davon ab/und schabet

die Quitten biß an das Steinigte; Worauf man diesesabgescbabene Marck vurcb ein härin Sieblein mit einemsilbernen Löffel treibt / ;u einem Pfund ^)uilten-Marckein Pfund und einen VieriNg saubern Zuckcr nimmet/nicht aar eine baloe Maaß Röbren-Wasserdaran giesset/denseibigel-a!sv. n wohl lauk?« und sa>.berabfaumt/alsdann wann er sich sp n / orbut man dacOuittenmaicksammt kleinj-geschnittenen Citronen Schaalen darunterri.hremdamitesfein glatt werde/alsdann legt man denModel in warm Wasser / thut ihn wieder heraus / undschwingt ihn wohl aus/ darausgiesset man den Teig dar-ein/ und last ihn bey dem Ofen funffzehn oder sechzehnStund stehen/daß er sich truckene; Wann dieses verrich-tet/kan man den Käs ringsum mit einem Messer ablösen/und auf ein Papier heraus klopffen / aussen herum aberrothen Sandel/Und klein gestosseneZimmet streuen/undihn wieder bey dem Ofen stehen lassen / bis er gar ertruck-net; woraufman diesen Käs etlicheJahre ausheben kan.

§. z.

Und fast auf gleiche Weiß/werden die Quitten-Zel-ten bereitet - Nemlich/man nimmet ebenfalls grosse undschöneHuitten/übersiedetdiefelbige/ziehet aisdann dieäussere Haut davon / und schabt mit einem Messer dasMarck herab/treibet sie hernach durch ein hären Sieb/Und nimmt zu einem halben Pfund Marck / ein Pfundschönen Zucker/giest nichtgar ein halb Maas Wasser da-ran/last also den Zucker sieden/faumk ihn wohl ab'alsdakiwann er genug gesotten ist/ welches man daran erkennet/wann man einen Tropffen von demZuckerin kaltes Was-ser fallen last / und solches gleich hart wird / oder wannman aus einen zinnernen Del/er einen Tropssen thut / undsolchersichgleichfallsauchhartbesindet/ wird ervonderKodien gehoben/und dasdurchgeriebeneHuitten-MarckLöffel-weis wohl darunter gerühret/ daß kein Brockleingantz bleibt/doch muß man sehen/daß man nicht gar zulang damit umgebet ; Worauf man es alsdann indieModel füllet. Zu mercken aber ist/daß die Mödel vor-der» in Wasser gelegt/und wohl ausgeschwungen werdenmüssen/damitdie Zelten bald heraus gehen. So müssenauch von Papier Stückiein/ so groß als die Model sind/geschnitten/und daraufgelegt werden/ damit man es mitheraus zieben kan. Worauf man die Zelten in einemS«eb bey der Warme etliche Tage sieben last / daß sie er-trucknen/hernacb mit einem subtilen Tüchlem dasPopie;netzet/ und von den Hmtten-Zelren abziehet- So kan

man