74 Des klugen und Rechts - verständigen HauS - V atterS
so holtzechtig/ leimicht/ zäh und fchleimicht find. Geben sowirdesumlovielkrasscigerz/amankan es noch ostlers
also absonderlich durch die Vsttillsuon krasstige Wasser/ thun; als man nehme Melissen/ kl auße Muntz oder em
die wolriechende Gewächse und deren Theile als Wurtzel/ ander Kraut / zerschneide selbige / und cjett.i.ire davon
Blatter / Blumen und Saamen / mit dem übrigen aber/ durch die Blasen das Wasser. Dieses 6ekiij,rte WaM
so nemlich keinen Geruch von sich geben / als Tonnentill- schütte man wieder zuememfrischen Kraut/und ctcli .t.re
Wurtz/Burtzel und dergleichen/kan man die Mühe ver- es abermal / diejeszum andernmal abge>onderle Wasser
sparen / es wäre dann / daß jemand courieus seyn / und wird wieder zu sri>chen Kräutern gethan / und von jelbr-
unter-schiedliche Wasser sich beylegen wollte/ da ihm end- gen durch Oeliill.rung abgesondert/ und dieses kan mun
lich auch das Wegerich Bürzel- Sauerampfer-Wasser noch erlichmal nacheinander commuiren.und andere dergleichen so viel nutzen können / das hitzige Das Oel / welches mit den Wassern zum osstem
und gallichte Geblüt zu remperiren. hersur kommet/ und ausderjelben Höhe ichwimmet/kan
Wann man aber Wasser ciekiMren will/ muß da- man ausfolgende Art absondern : Mannimmt einengt
hin gesehen werden/ obdasKraut/ oder ander Ding/fo sern Trichter/geußt darauf das cickiMneWasser/ dar-
man öeltilliren will / mit sattsamer Feuchtigkeit versehen auf em Oel vorhanden / und laßt es durch den Trichter
seye/ wo nicht / so muß dergleichen beygerhan / und ent- mehlig laussen / doch al>o / daß der Trichter allezeit voll
wederWasser oder Wein zugeschüttet werden / welches Wasser verbleibe fowird das Oel sich obenaufdem Was-
letztere die Wasser krafftigermachet. Uiw wann die Ät'a- ser sammlen / und zuletzt / wann das Wasser gantz durch-
terie/soäettillirtsol/werden/ etwasharrist/somußman gangen/sich unten in des Triechters Hals setzen/ dann
selbige vorhero in Wasser oder Wein/ welches nemlich zu- hältet man einen Finger vor des Trichters Hals/ damit
geschüttet worden / eine Zeitlang peitzen und weichen; das Oel dem Wasser nicht folge/und thut esineinbeson-
wo aber keine Hartigkeit vorhanden/so darss man es nur der Glaslein. Man kan auch das Wasser und Oel / so
zerschneiden oder zechossen / und den Kolben oder Blasen man scheiden will / m ein Glas giessen / daß es gantz voll
über den halben Theil damit anfüllen. Im Anfang muß werde / und das Oel oben in des Glases Hals sich samm-
das Feuer nicht zu starck seyn / sondern nach und nach ver- len möge. Nach diesen bindet man ein klein Glaslem an
mehret werden / auch muß man mit der vekiüarion nicht des grossen Glases Halse/ macht ein Tocht von Baum-
so lang anhalten/biß die Materie in dem Kolben trocken wolle/benetzet solches ein wenig mit Oel/und leget es mit
ist / dann aus solche Weise wird das Wasser nicht allein einem Ende in das Oel / welches abzusondern / und das
nicht krasstig/sondern es überkommet auch einen stincken- andere Ende wird in das kleine Glaelein gehangen/ jo
den Geruch. Zeuchr sich das Oel aus dem grossen Glase in das kleme
Wann man das einmal cjekillirte Wasser wieder zu Glasiein« Und so viel seye von der VettUt»cwn insge-
einem frischen Kraut schürtet/ und wieder davon cleüillii r/ mein.
Das ll. Capitel.
Von unterWedliZen äeilMrten Wassern.
HouÄ /^cultica, N)asier ZU worden / mit 8. Pfund Wein-Essig vermenget/und als»
>> eine Zeitlang an der Sonnen stehen lasset/hernach jeiger/
oem und zum Gebrauch behalt. Dieser Essic; machet das schwe-
reAthem holen leicht/indem er den zähen Schleim / wei-
Boley - Holunder-Blumen / eines je- ' . . ..
den fo viel / als man mit Z. Fingern hal--ten kan / Römischen Spick halb so viel/
Lorbeer/Wachholderbeer/eines jeden 2. "
qu. Violwurtz/wilder Galgant mit runder Wurtz/ Lieb, Nimm Schlüsselblumen i.Pfund/Lavendelblumen/stocket Wurtz/ Baldrian - Wurtz / Erdscheiben - Wurtz/ Blumen vom Stöchaskraut / eines jeden 2.Loth/ Linden-jedesein halb csu. Bertram-Wurtz i.qu. Bryonien oder Blühe/Blumenvon Ochsenzungen/eines/eden z.Loth/Stickwurtz/ wilde Cucumern-Wurtz / Zwiebeln eines Rosmarin-Blühe/Seeblumen/eines/eden i.Loth/ fri-jeden z. Loth / Coloquinten 2. Scrupel / Psersich - Kern/ sche Pöonien - Wurtz / Benedict - Wurtz / Viol-Wurtz/Rettig-Saamen/ Rauten-Saamen/Bibergeyl eines eines jeden 2. Loth/Galgan/Nagelein/ von jeden 2.qu.jeden anderthalbqu. nachdem alles zerschnitten und zer- Sassran i> qu. 2. frifche Citronen/Spän von Lsllafras.ftossen/thue hinzu (-ummi. (Zslbsn. 2. qv. so in z.Loth Holtz z.Loth/Majoran/Rojinarin/eines jeden 2. Hand-virse aufgelöset worden / Ziegen-Harn/ voll/Fenchel-Saamen/Basilien-Saamen/Coriander/Meerzwiebel-Essig / Rauten Essig / eines /eden 16. Loth/ Cardamom/ eines jeden z.<?u. Dieses alles zerschneide undWacholder - Brandwein vier Loth ; nachdem alles 24. zerflösse gröblicht / fasse es in einen Kolben / und schütteStund geweichet / kan man es bey gelindem Feuer aus dazu Rosmarin-Wasser / starcken Wein eines jeden 4.dem k-lneo KZsriz? 6estilliren/ das 6ckillirre kan man Pfund; hernach setzeaufden Kolben einen blinden Helm/mit I. qu.von 8piriru Kotzrum vermengen / und zum Ge- und lasse es also verschlossen z. Tag und z. Nachte in Lal.brauch aufheben. Dieses Wasser ist in unterschiedlichen neo stehen / hernach schütte dazu frisch ausgepreßtGebrechen der Ohren / als Taubheit/Klingen / Sausen ten Sasst von SalbeyewBlattern/ Melissen-Blatternund dergleichen sehr nutzlich/ wann man des Abends ctli- eines /eden 12. Loth / Brandwein4. Pfund / ckgerireesehe Tropssen davon mit Baumwollen in das Ohr sie, abermal 2. Tag und 2. Nacht / und ^elMire es endlichcket. aus dem kslneo Xjsrize. solang/ biß daß die Materien in
Meerzwiebel-Essig/^cemm Zcylii'rlcum, wirdbe- dem Kolben trocken ist; hernach schütte das cjestiüirter>litet/ wann man 1. Pfund Meerzwiebel / fo an Faden Wasser wieder aufdie trockne Materien / welche aufdemgebunden / und 40. Tag lang an freyen Lusst getrocknet Boden des Kolbens geblieben/ undöelWre eö aberwal;
dieses